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Bioland zur Absatzentwicklung im Bio-Fachandel

von Katrin Muhl (Kommentare: 1)


Bioland-Gemüse in Kisten
Gemüse von Bioland. © Bioland

Bioland-Produkte stehen seit rund 10 Monaten bei Discounter Lidl im Regal. Dem Bio-Fachhandel stieß die Kooperation zwischen dem Bio-Anbauverband und dem Unternehmen der Schwarz-Gruppe übel auf. Nun wollten wir von Bioland wissen, wie sich der Absatz von Bioland-Produkten im Fachhandel entwickelt hat.

„Keine negative Entwicklung im Fachhandel“

Aufgrund der Vielzahl an Handelsbeziehungen mit Bioland-Bauern und Herstellern könne der Verband keine Zahl zur Gesamtentwicklung von Bioland-Produkten im Fachhandel nennen, teilte Pressesprecher Gerald Wehde mit. Jedoch: „Eine negative Entwicklung können wir im Fachhandel nicht feststellen. Auch die großen Filialisten des Fachhandels haben das Sortiment ausgebaut“, so Wehde.

Das gesteigerte Interesse an Bioland-Produkten gebe dem Verband außerdem die Möglichkeit, weitere umstellungsinteressierte Betriebe in den Verband aufzunehmen. Mit den gewachsenen Rohstoff- und Produktmengen könne man alle Absatzkanäle entsprechend verstärkt bedienen.

Bioland seit Oktober 2018 bei Lidl

In den deutschlandweit rund 3.200 Filialen von Discounter Lidl konnten Kunden ab Oktober 2018 erste Bioland-Produkte kaufen. Im Laufe der vergangenen Monate kamen zu Äpfel, Kresse und Gartenkräuter weitere Produkte hinzu: So tragen seit Januar 2019 fast alle Molkereiprodukte der Lidl-Eigenmarke BioOrganic das Bioland-Zeichen. Im März ergänzten im Rahmen einer Aktion kurzzeitig Bioland-Weine das Lidl-Sortiment.

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Kommentar von Georg Rieck |

Das ist ja schade, dass der Verband keine Absatzzahlen des Fachhandels kennt!
Hier sind ein paar Zahlen vom kleinen Gemüsehändler aus Gießen:

Milchabsatz gesamte Warengruppe Milch
1.1.2019 bis 30.6.2019 1.1.2018 bis 30.6.2018

23.989 Stück 23.445 Stück

Milchabsatz nur Upländer Bioland Vollmilch
1.1.2019 bis 30.6.2019 1.1.2018 bis 30.6.2018

6.859 Stück 7.025 Stück

Wir stellen eine Verlagerung des Absatzes auf regionale, direkt liefernde Anbieter fest.
Es gibt einen Kannibalisierungseffekt bei Bioland Milch.
Die Upländer kann diesen Effekt durch die neue Weidemilch wohl wettmachen (nur Zahlen aus Juli).

Ich bleibe dabei: Echt preisorientierte Kunden sind keine Bioladen-Kunden – Bioladen-Kunden, die Milch bei Lidl kaufen, weil dort billiger, kommen zurück, weil es keinen Spaß macht.
Der Bio-Milch Umsatz, der bei Lidl gemacht wird, weil es bequemer ist, ist weg.

Sicher verlieren wir Kunden, die mangels Konkurrenz notgedrungen bei uns gekauft haben.
Der Markt differenziert sich – die Kunden sortieren sich.
Ganz sicher gewinnen wir neue Kunden, wenn wir glaubwürdig bleiben.

Wenn sich Bioland weiter konventionalisiert – z.B. die Ausbringung konventioneller Gülle zulässt – dient dieser Verband dem Greening (ein bisschen grün anmalen) der konventionellen Landwirtschaft. Das kann man wollen --- wir wollen etwas anderes!
Wahrscheinlich ist es so, dass wir mit unserem Handeln nur 20 % der Bevölkerung erreichen werden (immerhin das Vierfache von jetzt) - - - aber ob Bioland mit Lidl tatsächlich die anderen 80% erreichen kann, ist mehr als fraglich – siehe die laufenden Kampagnen „Ökodiktatur“ (von rechts) und „Eliten-Bashing“ (von links). Die Heftigkeit dieser Gegenreaktionen, nur weil Öko-Themen jetzt gerade mal wieder gespielt werden, lässt darauf schließen, dass weite Teile der Bevölkerung nicht gerade auf die Beglückung durch Bio warten! Auch dann nicht, wenn es gar keinen Preisunterschied gäbe!
Übrigens würden mich die Absatzzahlen von Lidl auch mal echt interessieren … ich sehe, dass sie mit Dumpingpreis – Aktionen versuchen nicht regulär abgesetzte Waren zu verhökern? Wie die fair Bananen … !?

Die Bedeutung der Glaubwürdigkeit ist ungleich höher, als die Bedeutung des Preises!


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