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Bioland verabschiedet neue Richtlinie „Biodiversität“

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Abstimmung bei Bioland
Abstimmung bei Bioland über neue Biodiversitäts-Richtlinien. © Bioland

Die Bundesdelegierten des Bioland-Verbands haben für eine Erweiterung der Richtlinien zum Erhalt der Artenvielfalt gestimmt. Per Punktesystem sollen einzelne, zum Betrieb passende Maßnahmen separat bewertet werden.

Auf der Delegiertenversammlung am 25. und 26. November in Fulda hat Bioland als erster deutscher Bioanbauverband eine umfassende Richtlinie zur Förderung der Biodiversität auf den Betrieben verabschiedet. Ab 2021 tritt diese in Kraft.

„Der Erhalt der Artenvielfalt gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Menschheit“, sagte Bioland-Präsident Jan Plagge. „Das Ausmaß des Artensterbens ist so groß, dass es der Brisanz der Klimakrise gleichzustellen ist.“ Daher müssten alle Bereiche der Gesellschaft endlich beginnen, zu handeln, so Plagge. Der Ökolandbau setze hier systembedingt bereits eine ideale Grundlage. Doch dies alleine reiche nicht. „Daher freue ich mich sehr, dass Bioland als erster deutscher Bioanbauverband zusätzliche Leistungen zum Schutz der Artenvielfalt explizit in seinen Richtlinien aufnimmt und dadurch ein wichtiges Signal sendet“, sagte Plagge.

Der Bioland-Bundesfachausschuss „Biodiversität“ hat die Richtlinie in den vergangenen zwei Jahren von der Basis an gemeinsam mit Fachleuten und Praktikern entwickelt und breit diskutiert. Das Ziel der Richtlinie ist es, einen Mindeststandard für Zusatzleistungen zum Erhalt der Biodiversität zu setzen, der über das hinausgeht, was die Betriebe durch ihre organisch-biologische Wirtschaftsweise bereits für Natur, Umwelt und Klima leisten.

Bioland-Bauern wollen mehr Verantwortung übernehmen

Landwirtschaft ohne den Beitrag der verschiedensten Tier- und Pflanzenarten ist laut Katharina Schertler, Beraterin Biodiversität bei Bioland, gar nicht denkbar. Gleichzeitig sei diese Landwirtschaft eine der Hauptursachen für die Biodiversitätsverluste. „Genau hier setzt unsere neue Richtlinie an. Bioland-Bauern stehen für eine Landwirtschaft, die Artenvielfalt erhält und nicht zerstört“, so Schertler.

Bioland-Bauer Sepp Braun begrüßte die Richtlinie ausdrücklich. „Der Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide ist im Ökolandbau zwar seit jeher gesetzt, aber es gibt noch so viele andere Stellschrauben. Hier wollen wir Verantwortung übernehmen.“

Der Richtlinie liegt ein Punktesystem zugrunde, mit dem einzelne, zum Betrieb passende Maßnahmen separat bewertet werden. Diese reichen von niederschwelligen Aktionen wie der Einrichtung von Nistkästen über den Erhalt von extensivem Grünland hin zum Verzicht auf mechanische Unkrautregulierung oder der Neuanlage von Landschaftselementen.

Bioland-Präsident appelliert an Politk und Verbraucher

Die Etablierung der Richtlinien sieht Plagge nur als einen von vielen Schritten. Nun sei vor allem auch die Politik gefragt, öffentliche Leistungen der Landwirte im Bereich Biodiversität sowie darüber hinaus im Umwelt-, Tier- und Naturschutz ausreichend zu honorieren. „Aber auch die Marktpartner bis hin zum Verbraucher sind in der Verantwortung, den Mehraufwand für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen zu tragen“, sagte Plagge.

Bioland ist einer der größten Verbände für ökologischen Landbau in Deutschland. Über 7.700 Landwirte, Gärtner, Imker und Winzer wirtschaften nach den Bioland-Richtlinien. Hinzu kommen mehr als 1.000 Partner aus Herstellung und Handel wie Bäckereien, Molkereien, Metzgereien und Gastronomie.

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