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Bio-Lebensmittel kosten 70 Prozent mehr

von Redaktion (Kommentare: 0)


Werden gleichwertige Markensegmente miteinander verglichen, sind Bio-Lebensmittel im Schnitt 70 Prozent teurer als konventionelle. Wer statt bekannter konventioneller Marken Bio-Lebensmittel im Preiseinstiegsbereich kauft, gibt hingegen kaum mehr Geld aus. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forschungsprojekt der Hochschule Pforzheim. Dessen Ergebnisse für den Bereich Nahrungsmittel hat das Statistische Bundesamt veröffentlicht.

Im Rahmen des Forschungsvorhabens „Warenkorbbasierter Preis- und Umweltwirkungsvergleich von ökologischem und konventionellem Konsum“ verglichen Christian Haubach und Benjamin Held die Kosten für die Warengruppe Nahrungsmittel, Getränke und Tabak. Sie legten dabei einen Warenkorb zugrunde, wie er in ähnlicher Form auch für amtliche Kaufkraft-Statistiken verwendet wird.

Die Daten für die konventionellen Lebensmittel stammten daher größtenteils vom Statistischen Bundesamt. Die Kosten der Öko-Lebensmittel lieferten das Handelspanel Bio Vista sowie eigene Erhebungen der Wissenschaftler. Insgesamt ermittelten sie Preise für 241 verschiedene Produkte und teilten diese in vier Segmente ein: bekannte Marken, spezifische Marken, Marke nicht relevant sowie markenlos für Preiseinstiegs- und Handelsmarken. Bei der Erhebung wurden auch die verschiedenen Vertriebsschienen berücksichtigt.

Deutliche Preisunterschiede bei einzelnen Marktsegmenten

Gemittelt über alle 241 Produkte ergab sich eine Preisdifferenz von 70 Prozent. Am niedrigsten war der Unterschied bei Tabakwaren mit elf Prozent, bei Tee / Kaffee / Kakao mit 40 Prozent sowie bei Molkereiprodukten und Eier mit 46 Prozent. Mehr als doppelt so teuer waren die Warengruppen Fisch, Süßwaren sowie Mineralwasser / Säfte.

Deutliche Unterschiede ergaben sich auch bezogen auf die einzelnen Markensegmente. Im Preiseinstieg waren die Bio-Produkte um 148 Prozent teurer als konventionelle Pendants, während bei den bekannten Marken der Unterschied auf 53 Prozent zusammenschnurrte. Die beiden Wirtschaftswissenschaftler erklärten dies damit, dass „der Aufpreis für die Bio-Qualität nicht prozentual auf den Preis des konventionellen Produktes zugeschlagen wird, sondern dass dieser bis zu einem gewissen Grad einem festen Aufpreis, der natürlich je nach Produkt variiert, gleicht.“ Und weil Markenprodukte teurer seien, mache der Aufschlag bei ihnen einen prozentual geringeren Anteil aus.

Haubach und Held haben auch untersucht, was denn passiert, wenn jemand konventionelle Markenprodukte durch Preiseinstiegs-Bio ersetzt. Für 44 der 241 Produkte fanden sie entsprechende Pendants. Der Mehrpreis für Bio schrumpfte bei diesen Lebensmitteln auf fünf Prozent. Ausdrücklich weisen die beiden Autoren darauf hin, dass sie die Auswirkungen von gleichzeitigen Änderungen im Ernährungsverhalten nicht untersucht haben. In ihren Berechnung wird das Gleiche verzehrt wie vorher, nur eben in Bio-Qualität. Doch deuten die Zahlen an, das hier Potential vorhanden ist. Ein Fünftel der Ausgaben für Nahrungsmittel entfallen in diesem Warenkorb auf Fleisch und Wurst.

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