Anzeige

organic-market.info | Mediadaten | Impressum | Datenschutz

Bio-Kontrolle in Thailand: EU-Verriss für eine Kontrollstelle

von Redaktion (Kommentare: 0)


Das Food and Veterinary Office (FVO) der EU hat im Februar/März 2016 eine für die Kontrolle für Öko-Importe aus Thailand in die EU zugelassene Kontrollstelle auditiert – und deren Arbeit deutlich kritisiert. „Das Kontroll- und Zertifizierungssystem der Kontrollstelle gewährt keine ausreichende Sicherheit, dass die importierten Produkte entsprechend der Öko-Kriterien erzeugt wurden“, heißt es in der Zusammenfassung des Berichts. Die FVO-Auditoren verbrachten drei Tage im Hauptquartier der Kontrollstelle und besuchten vier von der Kontrollstelle überprüfte und zertifizierte Betriebe: eine Reismühle, einen Hersteller von Reisnudeln, eine Erzeugergemeinschaft, die Reis und Gemüse anbaut, sowie einen Landwirt, der Kokosnüsse anbaut und weiter verarbeitet. Dabei begleiteten sie die Inspektoren der Kontrollstelle, begutachteten deren Arbeit und listeten anschließend zahlreiche gravierende Mängel auf.

In der Reismühle waren konventioneller und Bio-Reis gleichartig verpackt und unzureichend ausgezeichnet. In den Big Bags fanden sich Label mit andere Angaben als auf den außen angebrachten Label – von all dem bemerkte der Inspektor nichts. Darauf hingewiesen erklärte der Reismüller, die alten Label seien versehentlich in den Säcken vergessen worden.

„Der Kontrolleur akzeptierte die Erklärung und ermahnte den Müller, einen solchen Fehler in Zukunft zu vermeiden“, vermerkten die FVO-Auditoren in ihrem Bericht und schrieben weiter: „Von dem Material wurden keine Proben gezogen, obwohl der Bio-Status fragwürdig war.“ Unzufrieden waren die Auditoren auch damit, wie die Kontrollstelle mit wiederholten Pestizidrückständen in grünem Tee eines Herstellers umgegangen war. Der Fall hatte sogar Eingang in das EU-Informationssystem für den Ökolandbau (OFIS) gefunden. Ernsten und wiederholten Verstößen sei unzureichend nachgegangen worden, heißt es im Bericht. Die Untersuchung, um den Ursprung der Kontamination zu ermitteln, sei „armselig“ gewesen. Abschließend kritisierten die Auditoren auch die Art und Weise, wie die Zertifikate für den Import der thailändischen Produkte in die EU ausgestellt wurden: Das System könne nicht garantieren, dass die einschlägigen EU-Regelungen eingehalten würden.

Der Bericht enthält 12 Empfehlungen an die Kontrollstelle mit der Vorgabe, dass sie binnen 25 Tagen einen Aktionsplan vorzulegen hat, wie und in welchem Zeitraum sie diese Empfehlungen umsetzen wird. Der erst kürzlich veröffentlichte Bericht enthält keine Angaben darüber, ob dies geschehen ist und ob weitere Konsequenzen gezogen wurden. Auch wurde der Name der Kontrollstelle – wie bei solchen Audits üblich – nicht erwähnt. Entnehmen kann man dem Bericht, dass die Kontrollstelle in mehreren Ländern tätig ist, dort allerdings über keine eigenen Büros verfügt sondern alle Angelegenheiten von einem zentralen Unternehmenssitz aus erledigt werden. Für Kontrollen in Thailand hat die EU insgesamt 14 Kontrollstellen zugelassen. Sämtliche für Thailand 2013 zugelassenen Kontrollstellen waren auch im August 2016 noch dort tätig.

Zurück

Uns interessiert Ihre Meinung. Schreiben Sie hier Ihren Kommentar zum Thema!



Jetzt teilen

Anmeldung
Newsletter

Anzeige

Anzeige