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Bio-Hof erhält Entschädigung für Pestizidabdrift

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


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Wenn der Nachbar Pesitzide sprüht. Symbolbild © Shutterstock/oticki

Ein niedersächsicher Bio-Hof ist durch eine Pestizidwolke des konventionellen Nachbarn geschädigt worden. Jetzt hat dessen Versicherung den Schaden beglichen – aber nicht den zusätzlichen Aufwand.

Der Bio-Hof im niedersächsischen Marlin war im April dieses Jahres Opfer einer Pestizidabdrift geworden. Ein Sturm hatte Erde eines benachbarten Ackers auf die Bio-Felder geweht – und diese enthielt das Bayer-Herbizid Bandur mit dem Wirkstoff Aclonifen. Eine Woche später bemerkten die drei Bauern des Bio-Hofes Schäden an ihren Gemüsepflanzen. „Drei Viertel der für den Mai gedachten Ernte ist verlorengegangen“, zitierte die taz damals einen der Bauern, die ihren Hof als solidarische Landwirtschaft organisert haben und 60 Verbraucher direkt versorgen.

Entschädigungs-Zahlung reicht nicht

Die Unterstützung dieser Verbraucher hat den Betrieb gerettet, denn die bezahlte Entschädigung alleine hätte nicht gereicht, den Schaden zu decken, berichtete die taz jetzt. 2900 Euro hätten die Landwirte für die geschädigten und nicht vermarktbaren Pflanzen erhalten, berechnet nach Großhandelspreisen. Doch zu so niedrigen Preisen könne ein mit rund zwei Hektar sehr kleiner Betrieb kaum produzieren. Übernommen habe die Versicherung auch die 3.500 Euro für die Gutachterin, die den Schaden im Auftrag des Hofes ermittelt hatte.

„Das Prozedere nach dem Schaden zwar für uns sehr aufwendig und nervenaufreibend“, zitiert die taz die Landwirte: „Die finanzielle Kompensation spiegelt den tatsächlichen Aufwand und Schaden somit kaum wider.“ Als „Skandal“ bezeichneten sie den Umstand, „dass wir als Geschädigte Maßnahmen zur Verhinderung zukünftiger Schäden ergreifen müssen – der Verursacher jedoch nicht.“ Diese Vorsorgemaßnahmen gegen Kontaminationen werden Bio-Bauern in der neuen EU-Ökoverordnung verpflichtend vorgeschrieben.

BÖLW rechnet mit hunderten Pestizid-Abdrift-Fällen

Nach Angaben der taz geht der Bio-Dachverband BÖLW davon aus, dass jedes Jahr in Deutschland Hunderte Biobetriebe durch Pestizide ihrer konventionellen Nachbarn geschädigt werden. Das Risiko durch Abdrift dürfte viele Bauern davon abhalten, auf Bio umzustellen, fürchtet der BÖLW.


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