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Bericht fordert Wende in der EU-Agrarpolitik

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


Getreide und Euro-Symbol im Hintergrund
Symbolbild © Shutterstock/DesignRage

Der Kritische Agrarbericht ist der jährliche Kommentar der alternativen Landwirtschaftsbewegung zur offiziellen Politik und den aktuellen Entwicklungen. Die Ausgabe 2019 stellt die anstehende EU-Agrarreform in den Mittelpunkt.

Herausgegeben wird der Kritische Agrarbericht vom AgrarBündnis, einem Zusammenschluss von Organisationen aus Landwirtschaft, Umwelt-, Tier- und Verbraucherschutz sowie Entwicklungspolitik. Im Jahr der Europawahl präsentieren die Verbände in dem Bericht ihre Vision von einer „Landwirtschaft für Europa“, die auch den globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen entspricht.

Die Inhalte und Themen des Berichts umfassen:

  • Vorschläge, wie die anstehende EU-Agrarreform dazu beitragen könnte, Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen zu verwirklichen
  • Digitalisierung der Landwirtschaft und die dahinter stehenden Macht der Konzerne
  • Ökologischer Landbau
  • Bodenmarktpolitik
  • Auswirkungen der neuen Düngeverordnung

Forderung nach Umverteilung und Honorierung für Umweltleistungen

Bernd Voß von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) unterstrich die Bedeutung der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP): „Sowohl in der Tierhaltung als auch im Ackerbau stehen die Bauern und Bäuerinnen vor großen und teuren Veränderungen, um die gesellschaftlichen Erwartungen an Tierwohl, Umwelt-, Klimaschutz und Artenvielfalt auf ihren Höfen umzusetzen.“ Die meisten Berufskollegen seien zu Veränderungen bereit, betonte Voß, aber sie dürften nicht auf den höheren Kosten sitzen bleiben. „Deshalb müssen die bisher pauschal je Hektar Fläche gezahlten Gelder überführt werden in eine zielgerichtete Honorierung konkreter Leistungen der Betriebe für Umwelt, Tierschutz und lebendige Dörfer.“

Für die beteiligten Umweltverbände ging Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), auf das dramatische Insektensterben und den Artenschwund ein. Er forderte, die EU-Zahlungen so umzuwidmen, „dass natürliche Lebensräume geschützt und naturnahe Räume in der Umgebung von Agrarlandschaften geschaffen werden können“.

SDG erfordern grundlegende Änderungen in der Landwirtschaft

Tobias Reichert von der Entwicklungsorganisation Germanwatch, betonte die Bedeutung der von den Vereinten Nationen 2015 beschlossenen Nachhaltigkeitsziele. Diese Sustainable Development Goals (SDG) erforderten grundlegende Änderungen gerade in der Landwirtschaft: „Das Ende vonArmut und Hunger, bessere Gesundheit, der Erhalt der biologischen Vielfalt, der Wälder und der Bodenfruchtbarkeit sowie Klimaschutz sind mit dem derzeitigen Modell einer industrialisierten und auf billige Exporte ausgerichteten Landwirtschaft nicht zu erreichen.“

Um der Vision des AgrarBündnisses für eine „Landwirtschaft für Europa“ zum Durchbruch zu verhelfen, sei es gut, die besseren Argumente zu haben, sagte Frieder Thomas, Geschäftsführer des AgrarBündnisses: „Die kann man im Kritischen Agrarbericht finden.“

Die komplette Onlinefassung erhalten Sie hier.

 

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