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Amtstierärzte halten nichts von Klöckners Tierwohl-Label

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


Zwei Schweine nebeneinander
Klöckners Tierschutz-Label soll zunächst für Schweine gelten. Symbolbild © Pixabay/Peggychoucair

Auf dem 32. Deutschen Lebensmittelrechtstag kritisierten die staatlichen Veterinäre scharf die Pläne der Bundeslandwirtschaftsministerin für ein freiwilliges Tierwohllabel. Das berichtete die Lebensmittelzeitung (LZ).

Verbindliche Tierschutz-Vorgaben statt Label

„So viel Nonsens auf einmal habe ich von der Bundesregierung selten erlebt“, zitierte die LZ den Leiter eine Veterinäramts. Wenn die Ministerin der Meinung sei, das gesetzliche Niveau reiche nicht aus, dann solle sie es eben anpassen, riet der Tierarzt. Er monierte, dass das Ministerium 70 Millionen Euro ausgeben wolle, um das Tierwohllabel zu bewerben. „Wäre es nicht besser, die amtliche Kontrolle besser auszustatten anstatt das Geld ins Marketing fließen zu lassen?", zitiert ihn die LZ.

Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) stellte sich schon vor zwei Jahren gegen das staatliche Tierwohllabel und forderte stattdessen verbindliche Tierschutz-Vorgaben für alle Nutztiere. „Aus ethischen Gründen ist Tierschutz unteilbar; die Lebensbedingungen aller Tiere sollten gleichermaßen gut sein, unabhängig vom Preis der von ihnen gewonnenen Lebensmittel“, argumentierte der stellvertretender TVT-Vorsitzender Thomas Blaha damals.

Petition gegen das Tierschutzlabel

Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten sammelt mit einer Petition Unterschriften gegen das vorerst für Schweine geplante Label. Für ihre Aufklärung über die Standards des Labels hat die Organisation eine eigene Webseite: www.staatliches-tierwohllabel.de

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