Anzeige

organic-market.info | Mediadaten | Impressum | Datenschutz

Aldi will Kükentöten abschaffen

von Redaktion (Kommentare: 0)


Label "ohne Kükentöten" von Aldi © Aldi

Aldi Nord und Aldi SÜD wollen das Töten von männlichen Küken in der Schaleneier-Produktion beenden. Mit technischen Verfahren soll das Geschlecht in den ersten Bruttagen im Ei bestimmt werden. Ziel: Umstellung der gesamten Lieferketten für Boden-, Freiland- und Bio-Eier bis 2022 in Deutschland.

Die Discounter unterstützen wirkungsvolle Ansätze, die es ermöglichen, das Geschlecht eines Kükens im Brutei frühzeitig zu bestimmen. Damit sie ihr Vorhaben schnellstmöglich umsetzen können, stehen sie im Austausch mit langjährigen Partnern und verschiedenen Verfahrensentwicklern, wie dem Biotech-Unternehmen Planton. Mit Hilfe des genanalytischen Verfahrens von Planton kann durch ein winziges Loch im Ei das Geschlecht am neunten Bruttag bestimmt werden. So müssen die männlichen Eier nicht erst ausgebrütet werden.

Serienreife für umstrittene Methode

Aktuell arbeiteten die Entwickler unter Hochdruck daran, die bereits praxistaugliche Technologie zur Serienreife weiterzuentwickeln, um diese auch anderen Marktteilnehmern zur Verfügung stellen zu können. Laut Aldi werden pro Jahr allein in Deutschland rund 45 Millionen männliche Küken in der Legehennenzucht getötet.

Die sogenannte In-Ovo-Selektion lehnen die Bruderhahn Initiative Deutschland (BID) und der Naturkostfachhandel ab. „Die In-Ovo-Selektion ist der gedankliche Steigbügelhalter der Gentechnik und unterspült das Fundament der Naturkostbranche“, kritisiert Naturkost Nord-Geschäftsführer Matthias Deppe das Verfahren. Zudem sei laut BID spätestens am siebten Tag bei den Embryos ein Schmerzempfinden nachweisbar (s. Links am Ende des Artikels).

Aldi unterstützt Suche nach neuen Lösungen

Die Discounter möchten ihre Lieferanten und die Forschung ermutigen, auch nach neuen Lösungen zu suchen und innovative Technologien auf den Markt zu bringen, damit entlang der Aldi-Lieferketten keine Küken mehr für die Produktion von Schaleneiern getötet werden müssen. „Neue Technologien bedeuten zu Beginn erst einmal Investitionen. Es braucht Händler, die bereit sind, diese Mehrkosten für das Tierwohl auf sich zu nehmen und den Produzenten die Eier 'ohne Kükentöten' auch abzukaufen. Dieses Versprechen geben wir unseren Partnern", so Tobias Heinbockel, Managing Director Category Management bei Aldi Nord.

Bereits Eier aus "Bruderhahn-Projekt"

Ab Ende 2020 sollen Aldi-Kunden die ersten Eier kaufen können, für deren Produktion die neue Methode zum Einsatz kommt. Zudem beziehen die Discounter einen Teil ihrer Eier aus dem „Bruderhahn-Projekt“. Die Unternehmen bieten bereits seit 2017 in vielen Filialen „Henne & Hahn“-Eier aus Bodenhaltung an. Die sogenannten „Bruderhähne“ stammen von Legehennen, deren männliche Geschwister als Masthähne aufgezogen werden.

Naturkostbranche gegen In-Ovo-Selektion

In-Ovo-Selektion: Bruderhahn-Initiative bezieht Stellung

Kükentöten bleibt erlaubt – Bio-Branche arbeitet an Alternativen

Aldi-Info-Grafik zur Kundeninformation © Aldi

Zurück

Uns interessiert Ihre Meinung. Schreiben Sie hier Ihren Kommentar zum Thema!



Jetzt teilen

Anmeldung
Newsletter

Anzeige

Anzeige