Anzeige

organic-market.info| Mediadaten | Impressum | Datenschutz

Aktionsplan: 8 Punkte für mehr Tierschutz

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


Kühe im Stall
Der Detusche Tierschutzbund fordert eine Gesamtstrategie für einen nachhaltigen Tierschutz. © Shutterstock/Syda-Productions

Der Deutsche Tierschutzbund hat einen Aktionsplan „Zukunft für nachhaltigen Tierschutz“ vorgestellt. Aus Sicht der Tierschützer braucht es eine Gesamtstrategie und nicht nur ein staatliches Tierwohllabel.

Forderung eines Masterplans für Tierwohlförderung

Für diese Strategie hat der Verband acht Punkte aufgelistet, die parallel angegangen werden sollten. Dazu zählt ein novelliertes Tierschutzgesetz, das Käfig- und Anbindehaltung ebenso verbietet wie Schnabel- und Schwänzekürzen. Auch sollen insgesamt höhere Haltungsstandards vorgegeben werden. Um das schnell umzusetzen, fordert der Verband einen Masterplan Tierwohlförderung. Nationale und EU-Gelder sollten aufgestockt und „stärker als bisher auf Maßnahmen zur Verbesserung des Tierwohls, wie Stallbau-Maßnahmen und Premiumförderungen ausgerichtet werden“, schreibt der Tierschutzbund. Bevor weitere Tierhaltungen in Betrieb gehen, will der Verband bestehende Haltungssysteme grundsätzlich überprüfen, ob sich damit mehr Tierschutz überhaupt umsetzen lässt.

Plädoyer fürs Verursacherprinzip

Ebenfalls auf der Forderungsliste steht der Ausbau der Kontrolldichte: „Die Länder sind gefordert, die Kontrollen durch staatliche Behörden und die dafür erforderliche Personalstärke zu erhöhen, um das bereits geltende Tierschutzrecht konsequent vollziehen zu können.“ Vom Stall bis zur Theke soll aus Sicht der Tierschützer das Verursacherprinzip gelten: „Die tatsächlichen Kosten der Fleischproduktion, also auch und gerade externe Effekte (Umweltbelastung, Gesundheitsschäden etc.), müssen auf die umgelegt werden, die an der Kette beteiligt sind.“ Anders formuliert: Fleisch muss deutlich teurer werden.

Staatliches Tierwohllabel bedarf Einbettung in Gesamtrahmen

„Eine freiwillige, staatliche Tierwohlkennzeichnung darf keine Insellösung sein, sondern muss in einen Gesamtrahmen eingebettet sein, um tatsächlich den Tierschutz in den Ställen stärken zu können“, sagt Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder. An den bisherigen Label-Planungen der Bundesregierung kritisiert er die niedrigen Anforderungen in der ersten Stufe: Diese sei „zu sehr nach der Machbarkeit im Stall und in der Breite und zu wenig nach dem Mehrwert für das Tier ausgerichtet.“ Als Alternative hat der Tierschutzbund schon 2011 ein eigenes zweistufiges Label „Für mehr Tierschutz“ ins Leben gerufen. Doch bisher sind es erst 330 Landwirte, die ihre Tiere nach den Kriterien dieses Labels halten und vermarkten.

 

Lesen Sie auch:

Tierwohllabel mal wieder im Gespräch

Das seit Jahren angekündigte staatliche Tierwohllabel rückt wieder ein Stückchen näher. Allerdings vorerst nur für Schweine. Und auch da bleibt vieles im Unklaren.

Bericht fordert Wende in der EU-Agrarpolitik

Der Kritische Agrarbericht ist der jährliche Kommentar der alternativen Landwirtschaftsbewegung zur offiziellen Politik und den aktuellen Entwicklungen. Die Ausgabe 2019 stellt die anstehende EU-Agrarreform in den Mittelpunkt.

LEH bringt einheitliches Tierwohl-Label – und lässt Bio außen vor

Konventionelle Handelsketten haben ein einheitliches Label zur Haltungskennzeichnung entwickelt. In dem 4-stufigen System scheint es für Bio-Qualität keinen Platz zu geben.

Zurück

Uns interessiert Ihre Meinung. Schreiben Sie hier Ihren Kommentar zum Thema!




Newsletter

E-Mail
E-Mail bestätigen

Anzeige

Anzeige