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Zweifelhaft: Regionale Lebensmittel nur zweite Wahl?

von Redaktion (Kommentare: 0)


Regionale Produkte wie Apfelsaft von Streuobstwiesen oder heimisches Gemüse vom Bauern auf dem Wochenmarkt haben ökologisch gesehen klar die Nase vorn. Das dachten jedenfalls bisher alle umweltbewussten Verbraucher. Eine Studie der Universität Gießen behauptet nun das Gegenteil.

Die Herstellung und der Transport von Apfelsaft aus der Region kann bis zu achtmal mehr Energie verbrauchen als Fruchtsäfte, deren Rohstoffe rund 10.000 Kilometer weit transportiert werden. Heimisches Lammfleisch erfordert einschließlich aller regionalen Transporte dreimal mehr Energie als Lammfleisch aus Neuseeland, das per Schiff und LKW rund 14.000 Kilometer zurückgelegt hat, bis es in unsere Läden kommt. Das behauptet zumindest Professor Elmar Schlich vom Gießener Institut für Haushaltstechnik.

Die Münchener Forscher Martin Demmeler und Prof. Alois Heißenhuber halten die Ergebnisse für wissenschaftlich nicht haltbar. Denn die Gießener Studie vergleicht unzulässiger Weise hochtechnisierte Großunternehmen mit kleinen, teilweise privaten Hobbyherstellern. Extreme Unterschiede im Energieverbrauch seien nur in wenigen Fällen bei ineffizient arbeitenden Hobbymostereien aufgetreten. Zieht man die privaten Mostereien ab, berichtigt Demmeler die einseitige Darstellung der Gießener Studie, ist die Energiebilanz für regionale und überregionale Apfelsäfte nahezu gleich. Betrachte man weitere Umweltaspekte, wie Naturschutz, Aufwand für Pflanzenschutzmittel, Lärmbelastung, Schadstoffausstoß oder Straßenbeanspruchung, schneide Regionalware in der Ökobilanz besser ab.

Eine genaue Beurteilung der Gießener Studie zur Ökobilanz von regionalen Lebensmitteln können Sie im nächsten UGB-FORUM nachlesen, dass Anfang Februar erhältlich ist. http://www.ugb.de. (18.02.04)

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