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Wieder Stallpflicht für Geflügel ab 1. März 2006

von Redaktion (Kommentare: 0)


Ab 1. März 2006 gilt in Deutschland wieder eine flächendeckende Stallpflicht für Geflügel. „So sehr wir vom Biokreis Verständnis dafür aufbringen, dass beim momentanen Wissensstand und dem Verbreitungsgrad der Krankheit keine andere Entscheidung getroffen werden konnte, so sehr fordern wir von Wissenschaft und Politik eine bessere Lösung“, so Sepp Brunnbauer, Geschäftsführer des ökologischen Anbauverbandes Biokreis e.V. (im Bild links). 

 

Es kann und darf nicht das einzige Mittel gegen die Vogelgrippe sein, Geflügel regelmäßig zwei bis drei Monate in Ställe zu sperren. Noch dazu, da damit nur ein minimales Risiko der Ansteckung ausgeschaltet ist. Vielmehr ist es an der Zeit über globale Vermarktungsstrukturen zu sprechen und über deren Überprüfbarkeit. Es ist über vorbeugende Maßnahmen wie Ausweisung von Risikozonen und über die Massentierhaltung zu sprechen, die nicht aufgrund des selbstlosen Ziels, die Weltbevölkerung zu ernähren, entstanden ist, sondern aus falschem Konsumdenken und Profitgier.

 

So werden aufgrund der aktuellen Lage auch wieder Stimmen für die Fortführung der Käfighaltung für Legehennen laut. Ein völlig falsches Signal, denn nur eine weitere Verbreitung tiergerechter Haltung wird auf Dauer gesunde Tierbestände und gesunde Lebensmittel garantieren. Daher wendet sich der Biokreis vor allem an die Verbraucher, die mit dem Kauf regionaler Produkte nicht nur hochwertige Lebensmittel erwerben, sondern zur Erhaltung kleinstrukturierter spezialisierter Landwirtschaft beitragen. Ein wichtiger Schritt, um den negativen Seiten der Globalisierung entgegen zu treten.

Der Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Horst Seehofer, hat in Berlin ein erneutes Aufstallungsgebot für Geflügel zum Schutz vor der Übertragung der Vogelgrippe angekündigt. „Damit ergänzen wir die umfangreichen Maßnahmen, die seit einigen Monaten in Deutschland durchgeführt werden“, sagte Seehofer. Die Entscheidung für die deutschlandweit geltende Maßnahme basiere auf einer wissenschaftlichen Empfehlung des Friedrich-Loeffler-Instituts (Bundesinstitut für Tiergesundheit). Ab dem 1. März soll Geflügel für mindestens zwei Monate in Ställen gehalten werden. Sollte sich an der Gefahrenlage etwas ändern, könne die Aufstallung innerhalb kürzester Zeit früher in Kraft gesetzt werden. Einzelheiten zur Ausgestaltung der Stallpflicht würden in der kommenden Woche anlässlich einer Fachkonferenz der zuständigen Länder-Staatssekretäre abgestimmt werden.

 

Nach Einschätzung des Friedrich-Loeffler-Institutes gehe insbesondere von Zugvögeln, die auf der Ost-Route über den Nahen Osten und die Türkei fliegen, ein Einschleppungsrisiko aus. Da nicht vorhersehbar sei, in welchen Gebieten in Deutschland die Vögel rasten, sei das bundesweite Einsperren der Tiere sinnvoll. „Wir werden an dieser Stelle keine Lücke entstehen lassen“, unterstrich der Minister. Angesichts der horrenden Schäden, die eine Einschleppung für die Tierhaltung bedeuten würden, müssten alle angemessenen Maßnahmen genutzt werden. „Mit diesem Schritt sind erhebliche Belastungen für die Tiere und mehr Aufwand für die Tierhalter verbunden. Aber man muss sich über eines im Klaren sein: das Einschleppen der Geflügelpest nach Deutschland würde einen weitaus größeren Schaden anrichten. Deshalb appelliere ich an alle Tierhalter, auch die Hobbyhalter, die Bestimmungen zu beachten,“ sagte der Minister.

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