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Wie es die Parteien mit dem "tafeln" halten - Naturland hat nachgefragt

von Redaktion (Kommentare: 0)


Volle Tafeln für Bio und gegen Gentechnik: Am letzten Sonntag vor der Wahl haben Tausende Verbraucher in ganz Deutschland bei Veranstaltungen in rund 150 Städten eindrucksvoll demonstriert, dass sie Bio-Lebensmittel wünschen und mit Gen-Food nichts am Hut haben. Naturland hatte das genussvolle Event auf dem Sendlinger-Tor-Platz in München koordiniert. Mehrere Hundert Münchnerinnen und Münchnern ließen sich unverfälschte, gentechnikfreie Bio-Köstlichkeiten an einer weiß gedeckten und mit Blumen geschmückten "Tafel-Reihe" (Bild) schmecken: Die bundesweite Aktion "tafeln! Für Bio - gegen Gentechnik." war vom Bund Ökologischer Lebensmittelwirtschaft (BöLW) ins Leben gerufen worden und wurde lokal von einem breiten Bündnis aus Verbänden der ökologischen Lebensmittelwirtschaft, Umweltschutzorganisationen, Verbraucher­zentralen und vielen weiteren Organisationen getragen.

Vor der Bundestagswahl ging es darum, öffentlich zu demonstrieren, was die Verbraucherinnen und Verbraucher auf dem Tisch haben wollen. Und was nicht: Rund 80 % der Bundesbürger lehnen Gen-Food ab. "Das öffentliche Tafeln hat wieder einmal gezeigt, dass die Verbraucher in Sachen Agro-Gentechnik keine Nachhilfe brauchen. Doch bei den am nächsten Sonntag zur Wahl stehenden Parteien fehlt es zum Teil noch weit. Wenn CDU/CSU und FDP die angeblichen Vorteile dieser Risikotechnologie preisen, missachten sie die berechtigten Sorgen und Ängste der Verbraucher und Öko-Bauern sowie der Mehrheit der konventionellen Landwirte, die die Gentechnik nicht einsetzen wollen!", betont Hans Hohenester, Präsidiumsvor­sitzender von Naturland.

Die Botschaft "Für Bio - gegen Gentechnik" richtet sich an alle politischen Entscheidungsträger. An die hat sich Naturland auch mit Wahlprüfsteinen gewandt. In den Stellungnahmen der politischen Parteien können die Wählerinnen und Wähler sich selbst ein Bild davon machen, wie es die politischen Parteien mit dem Öko-Landbau, der Agro-Gentechnik, Agrarpolitik, Tierschutz und globaler Ernährungssicherheit halten. Naturland bezieht eine klare Position: Die Ablehnung der Gentechnik ist in den Naturland Richtlinien, sowohl in der Erzeugung wie in der Verarbeitung fest verankert. Hans Hohenester warnt vor rückwärtsgerichteten Parteiplänen: "Wer am Gentechnikgesetz mit seinen Haftungs- und Anbauregelungen rüttelt, gefährdet die gentechnikfreie Landwirtschaft in ihrer Existenz und die Wahlfreiheit der Verbraucher. Das ist weder konservativ im Sinne von werterhaltend noch liberal."

Der Demeter-Verband hatte ebenfalls vor einer Änderung des Gentechnik-Gesetzes gewarnt. "Unsere Befürchtungen scheinen sich zu bewahrheiten", beschreibt Günter Friedmann, Sprecher der Demeter-Imker und Preisträger des Förderpreises ökologischer Landbau, die Situation in der Imkerei nach dem Fund von genetisch verändertem Blütenpollen in den Bienenprodukten eines Imkers aus Bayern. "Es reicht bereits ein kleines Versuchsfeld aus dem staatlichen Erprobungsanbau, um Honig und Pollen der in der Umgebung lebenden Bienenvölker nachhaltig zu kontaminieren", ergänzt Manfred Hederer, Präsident des Deutschen Berufsimkerverbandes. Er fragt: "Wie soll das erst werden, wenn gentechnisch veränderte Pflanzen großflächig angebaut werden?" Diese Gefahr drohe, sollte das jetzt geltende Gentechnikgesetz nach der Bundestagswahl gekippt werden.

Die deutschen Imker fordern deshalb entschieden die Beibehaltung und Stärkung der jetzt gültigen Rechtslage, da dort die Haftung gemäß dem Verursacherprinzip geregelt sei und so für Rechtssicherheit gesorgt werde. Die Einführung der Agrogentechnik bedrohe die Imkerei in Deutschland massiv. Den Imkern werde daher empfohlen, mit politischen Mandatsträgern und den Wahlkreiskandidaten zu diskutieren, um bei diesen Entscheidungsträgern Bewusstsein und Sensibilität für die Problematik zu schaffen.(14.09.05)

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