Anzeige

organic-market.info | Mediadaten | Impressum | Datenschutz

Weniger Hochwasser durch mehr Ökologischen Landbau

von Redaktion (Kommentare: 0)


Eine Studie der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) belegt: Böden von Ökobetrieben nehmen doppelt so viel Wasser auf wie konventionell bewirtschaftete Flächen. Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und Deutscher Naturschutzring (DNR) fordern die Fortsetzung einer Politik zur Ausweitung des Ökologischen Landbaus.

Die jüngste Hochwasserkatastrophe ist ein neuerlicher Anlass, die Umweltleistungen des Ökologischen Landbaus in den Blick zu nehmen. Eine Studie der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) in Braunschweig zeigt, dass die hohe Infiltrationsleistung der Böden ökologisch bewirtschafteter Betriebe eine deutliche Abpufferung von Hochwasserereignissen bewirken kann.

"In den Böden der Bio-Betriebe leben sieben Mal so viele Regenwürmer wie in konventionell bewirtschafteten Böden. Kein Wunder, dass ein solch humusreicher, gut strukturierter und gelockerter Boden erheblich mehr Wasser aufnehmen kann," kommentierte der Vorsitzende des Bund
Ökologische Lebensmittelwirtschaft, Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, die Ergebnisse der FAL. "Dieses hoch aktuelle Beispiel zeigt aber auch, dass Union und FDP den Öko-Landbau nicht als interessante kleine Marktnische abtun dürfen: Seine Ausweitung liegt im Interesse der gesamten Gesellschaft!" Löwenstein wies darauf hin, dass die volkswirtschaftlichen Kosten von Umweltkatastrophen ungleich höher sind als der Aufwand zur Ökologisierung der Landwirtschaft.

Der Deutsche Naturschutzring (DNR), Dachverband der deutschen Natur- und Umweltschutzverbände mit über 5 Millionen Mitgliedern, forderte unter Hinweis auf die Ergebnisse der FAL, mit der Politik zur Ausweitung des Öko-Landbaus fortzufahren: "Die Verbesserungen in Natur- und Umweltschutz, auf die wir so dringend angewiesen sind, lassen sich durch den Ökologischen Landbau am effektivsten und schnellsten erreichen. Umso verantwortungsloser wäre es, wenn der Bio-Landbau, wie von führenden CDU-Vertretern angekündigt, in seinem Stellenwert reduziert würde", sagte DNR-Präsident Hubert Weinzierl.

Intakte Waldökosysteme stellen einen wichtigen Puffer für Niederschläge dar. Eine ökologische Waldnutzung, wie sie die Naturland Richtlinien vorschreiben, trägt dazu bei, dass die Wasserrückhaltefunktion des Waldes erhalten bzw. verbessert wird. Der Oberflächenabfluss ist im Wald gegenüber dem Freiland deutlich reduziert. Auch bei Starkregenereignissen kann der Waldboden eine erhebliche Menge des Niederschlages zwischenzeitlich speichern und verzögert abgeben. Neben der notwendigen Regenerierung der Auenwälder als Rückhaltegebiete trägt auch die Bewirtschaftungsart der Nutzwälder zum erheblichen Schutz vor Hochwasser bei.

Eine möglichst naturnahe Waldbestockung und der Verzicht auf flächige Ernteverfahren wie Kahlschlag tragen in den Naturland Wäldern dazu bei, dass die Speicherkapazität des Bodens optimiert und ein großer Teil des Niederschlages gar nicht erst im Boden versickert oder oberflächlich abfließt, sondern im Kronendach aufgefangen wird. Der Verzicht auf eine flächige Befahrung, Bodenbearbeitung und Waldbodenentwässerung unterstützt den natürlichen Aufbau des Waldbodens und damit seine Wasserspeicherfunktion.
Die Naturland Richtlinien zur Ökologischen Waldnutzung wurden zusammen mit den Umweltverbänden BUND, Greenpeace und Robin Wood entwickelt und 1996 veröffentlicht. Derzeit sind bundesweit über 56 000 Hektar Naturland zertifiziert, darunter viele Stadtwälder wie z.B. in München, Berlin, Wiesbaden oder Hannover.

Forstbetriebe werden von Naturland zertifiziert, wenn sie:
- eine naturnahe Waldbestockung verwirklichen
zur Ernte nur einzelne Bäume oder höchstens kleine Baumgruppen entnehmen
- auf den Einsatz von Chemikalien wie Pestizide und Düngemittel verzichten
- abgestorbene Bäume als ökologisch wertvolles Biotopholz im Wald belassen
- den Waldboden bei Holzernte und Durchforstung schonend behandeln
- in ihren Wäldern vorzugsweise Naturverjüngung anstreben

29.8.2005

Zurück

Uns interessiert Ihre Meinung. Schreiben Sie hier Ihren Kommentar zum Thema!



Jetzt teilen

Anmeldung
Newsletter

Anzeige

Anzeige