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Wahlfreiheit braucht gentechnikfreie Saat

von Redaktion (Kommentare: 0)


"Die Bäuerinnen und Bauern brauchen die Sicherheit, dass sie sich auch in Zukunft auf gentechnikfreies Saatgut und den Schutz ihrer Felder vor Kontamination verlassen können. Dazu sind EU-weite Koexistenzregeln und ein gemeinschaftlicher Schwellenwert für die Kennzeichnung von kontaminiertem Saatgut an der Nachweisgrenze dringend erforderlich", sagt Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf (Bild), Berichterstatter des EU-Parlaments zum Thema Koexistenz. "Der Agrarministerrat hat sich zwar gestern auf Schlussfolgerungen zur Wiener Koexistenzkonferenz im April geeinigt. Herausgekommen sind aber weder konkrete Anweisungen an die Kommission noch eine klare Stellungnahme zur Koexistenzdebatte insgesamt: Die  Ministerinnen und Minister bleiben den Bürgerinnen und Bürgern die Antwort darauf schuldig, wie sie in Zukunft in der Praxis gewährleisten wollen, dass gentechnikfreie Landwirtschaft möglich bleibt."

 

"Der Rat spricht sich dafür aus, dass gemeinschaftliche Kennzeichnungsschwellenwerte für GVO-Kontaminationen in Saatgut von der Kommission festgelegt werden. Er hat sich dabei der Logik der Kommission angeschlossen, den Wert beim Saatgut anhand des Kennzeichnungsschwellenwerts 0,9 % bei Lebensmitteln auszurechnen. Damit würde der Kennzeichnungsschwellenwert zu einem Kontaminations-Toleranzwert werden. Das widerspricht jedoch dem Willen der Bürgerinnen und Bürger ebenso wie der derzeitigen Gesetzeslage. Es gibt kein Recht auf Kontamination. Auch nicht bis zu einer Grenze von 0,9%", so Graefe zu Baringdorf. "Statt sich auf unzuverlässige Hochrechnungen zu verlassen, müssen Kommission und Rat beim Saatgut endlich eine Kennzeichnungspflicht ab der technischen Nachweisgrenze einführen, wie es das EU-Parlament fordert. Denn gentechnikfreies Saatgut ist eine notwendige Bedingung zur Wahlfreiheit für gentechnikfreie Landwirtschaft und Lebensmittel. Und Gentechnikfreiheit beim Saatgut ist technisch möglich, da Saatgut ohnehin mit besonderen Reinheitsauflagen hergestellt wird."

 

"Solange es keinen gemeinschaftlichen Kennzeichnungsschwellenwert für Saatgut gibt, gilt EU-weit die technische Nachweisgrenze als Kennzeichnungsschwellenwert. Ich fordere die Mitgliedstaaten auf, dies strikt umzusetzen. Nur so können Wahlfreiheit und die Erhaltung der gentechnikfreien Landwirtschaft bestehen bleiben."


Die von F.W. Graefe zu Baringdorf auf der Koexistenzkonferenz in Wien gehaltene Rede ist erhältlich unter:
http://ec.europa.eu/comm/agriculture/events/vienna2006/presentations/graefe_de.pdf

Weitere Informationen:
Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament - Agrarbüro: Antje Kölling
Tel. +32-2-284-5154 , Fax +32-2-284-9154, Email: fgraefe@europarl.eu.int

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