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Vogelgrippe in Deutschland

von Redaktion (Kommentare: 0)


Trotz anfänglicher Unterschätzung der Lage auf Rügen greifen jetzt mehr und mehr die Maßnahmen zur Bekämpfung der Seuche: Absperrungen, vorsorgliche Schlachtung des Nutzgeflügels in den betroffenen Regionen, vorbeugende Hygienemaßnahmen.

 

Von der Stallpflicht für Geflügel sind alle Bio-Bauern betroffen, die Geflügel halten. Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) begrüßt die Schutzmaßnahmen. Er weist darauf hin, dass Geflügelprodukte von Bio-Höfen trotz der Stallpflicht Bio-Produkte bleiben und als solche vermarktet werden dürfen. „Ökologische Geflügelhaltung ist weit mehr als Freilandhaltung: Durch die Fütterung mit ökologisch erzeugtem Futter, dem Verbot des prophylaktischen Beimischens von Arzneimitteln ins Futter, Tageslicht im Stall, Einstreupflicht und ausreichendem Bewegungsraum unterscheidet sich die Öko-Produktion nach wie vor deutlich von der konventionellen“, erläuterte Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des BÖLW.

 

Die Bio-Geflügelhalter sind durch die Stallpflicht erheblichen Belastungen ausgesetzt. „Insbesondere Wassergeflügelhalter, die keine Ställe haben, und Bauern, deren Ställe keinen überdachten Auslauf haben, müssen erhebliche Summen in Übergangslösungen investieren, um den Auflagen gerecht zu werden. Auch muss damit gerechnet werden, dass die Tiere mit Leistungseinbrüchen auf die veränderten Haltungsbedingungen reagieren“, so Dr. Alexander Gerber, Geschäftsführer des BÖLW.

 

An die Verbraucher gewandt sagte er: „Es gibt nicht einen Grund, wegen der Vogelgrippe auf Geflügelfleisch oder Eier aus ökologischer Erzeugung zu verzichten. Damit würde man nur die ohnehin schon schwer gebeutelten Bauern zusätzlich schädigen!“

 

Auch die Bauern der Erzeugergemeinschaft CW Öko Ei GmbH haben nicht nur nach Anweisung die Legehennen wieder in den Stall verbannt, sie achten vor allem darauf, dass der Risikofaktor Mensch nicht ungehin¬dert Zugang zu den Herden hat. Denn Menschen können an ihren Fahrzeugen wie auch über die Schuhe das gefährliche Virus von Ort zu Ort verbreiten. Aus diesem Grund werden in der Gemeinschaft Desinfektionsbäder vor den Ställen installiert und nur noch neues Verpackungsmaterial eingesetzt. Junghennen werden ausschließlich von Biobetrieben in Deutschland zugekauft. Eier der Marke „Die Biohennen“ werden ausschließlich in Bayern und Baden-Württemberg produziert. Die Landwirte werden laufend mit allen nötigen Informationen ausgestattet, um eine entsprechende Sensibilisierung und Vorsorge zu erreichen. In der Packstelle werden ausschließlich Eier aus ökologischer Erzeugung sortiert und verpackt, so dass eine Einschleppung über andere Eiersorten ausgeschlossen ist.

 

Über eine Verlängerung der Stallpflicht über den 30. April hinaus wird derzeit diskutiert. Einzelne Politiker prophezeien bereits das Ende der Freilandhaltung.

 

Bioland weist in diesem Zusammenhang auf den Unterschied zwischen Freilandhaltung

und Biohaltung hin, die auf unterschiedlichen gesetzlichen Anforderungen, auch an die Kennzeichnung, beruhen:

 

Eier aus Freilandhaltung dürfen nur für einen Übergangszeitraum von zwölf Wochen ab Inkrafttreten des Aufstallgebots weiterhin als „Eier aus Freilandhaltung“ (Erzeugercode 1) gekennzeichnet werden. Sollte das Aufstallungsgebot länger als zwölf Wochen in Kraft bleiben, müssen die Eier dann als „Eier aus Bodenhaltung“ (Erzeugercode 2) gekennzeichnet werden.

 

Bio-Eier dürfen hingegen auch bei einer längeren Aufstallung über 12 Wochen hinaus weiterhin als Bio-Eier mit dem Erzeugercode 0 gestempelt werden. Während bei der Freilandhaltung durch die Aufstallung die einzige „Zusatzleistung“, nämlich der Grünauslauf, entfällt, gelten für die Bio-Geflügelhaltung zahlreiche weitere in der EG-Bio-Verordnung vorgeschriebene Regeln.

 

Damit unterscheidet sich die Bio-Produktion nach wie vor deutlich von der konventionellen. Für Bestände über 200 Legehennen schreibt Bioland zusätzlich zum gesetzlichen Standard überdachte Ausläufe (Wintergärten) vor, die gerade jetzt zu Zeiten der Vogelgrippe eine artgerechte Haltung ermöglichen.

 

Das Bundesministerium hat für Verbraucheranfragen folgende Hotline eingerichtet: von Montag bis Freitag können Fragen gestellt werden unter 01888429-4601, -4602, -4603, -4604 und -4605. Unter der Internet-Adresse www.bmelv.de sind ebenfalls neueste Informationen zu erhalten.

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