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Vogelgrippe: Biokreis für Risikozonen

von Redaktion (Kommentare: 0)


Im Kampf gegen die Verbreitung der Vogelgrippe macht sich der ökologische Anbauverband Biokreis e.V. für die Einführung von Risikozonen in Deutschland stark. In einem Schreiben an Agrarminister Horst Seehofer bittet der Verband, aus tierschützerischen Gründen nicht wieder alles Geflügel der Stallpflicht zu unterziehen, sondern nach österreichischem Vorbild Risikozonen auszuweisen.

 

Aller Wahrscheinlichkeit nach muss deutsches Geflügel ab März wieder in den Stall. Diese Maßnahme ist nach einigen Veterinärmedizinern die einzige Möglichkeit, den Ausbruch der Vogelgrippe in Deutschland zu verhindern. Agrarminister Horst Seehofer will sich in dieser Sache Ende des Monats entscheiden. Ursache für die Stallpflicht sind wieder die Zugvögel. Wie im Herbst nimmt man an, dass der gefährliche Virus durch den Vogelzug verbreitet werden kann.

 

Diesem widersprechen Vogelzugexperten wie Ulrich Köppen fundiert. Sie vertreten die Meinung, dass die Einschleppung des gefährlichen Vogelgrippe-Virus durch Zugvögel im Frühjahr „extrem unwahrscheinlich“ ist. Zum einen, weil drei Viertel aller Zugvögel die von Vogelgrippe betroffenen Regionen gar nicht passieren, zum anderen, weil das Risiko, dass sich die scheuen Wildvögel bei Hausgeflügel anstecken und dann auch noch in der Lage sind die anstrengende Flugstrecke bis nach Deutschland zu überwinden, um dort dann wiederum in Hausgeflügelbeständen zu landen, äußerst gering ist. Vielmehr Augenmerk muss auf die Verbreitung durch den Menschen gelegt werden. Peter Berthold vom Max-Planck-Institut für Ornithologie ist der Meinung: „Die Wahrscheinlichkeit, dass die Vogelgrippe zu uns gebracht wird, liegt zu 99 Prozent im Bereich der Übertragung durch den Menschen.“

 

Daher sieht Sepp Brunnbauer, Geschäftsführer des ökologischen Anbauverband Biokreis e.V. in erster Linie Aufklärungsbedarf: „Nicht nur der Vogelzug muss beobachtet und richtig eingeschätzt werden, sondern auch was und wer kommt aus Risikogebieten nach Deutschland.“ Die verschärften Kontrollen an Flughäfen und Bahnhöfen finden daher auch seine volle Zustimmung.

 

Das generelle Aufstallungsgebot ist jedoch eine den Tieren nur Stress bringende  Maßnahme. „Hier wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen“ so Brunnbauer  „Viel besser wäre nach österreichischem Vorbild eine Einführung von Risikozonen, die nur einem Teil des deutschen Geflügels Stallpflicht bringen würde.“ Eine Maßnahme, die bei einem großen Teil der konventionell wie biologisch arbeitenden Geflügelhalter wirtschaftlichen Schaden verhindern und Tausenden von Tieren den Stall-Stress ersparen würde. Sehr viel wichtiger ist laut Sepp Brunnbauer, dass Horst Seehofer bei der Risikobewertung mehr auf die Kontrolle der Einfuhren und eine verbesserte Aufklärung der Reisenden Wert legt. Das regelmäßige Wegsperren des Geflügels ist keine Lösung.

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