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Verschmutzungslizenz für Genpflanzen ist Kuckucksei

von Redaktion (Kommentare: 0)


Am 10. Oktober 2007 diskutiert der zuständige Regelungsausschuss einen Vorschlag der Kommission zur Zulassung der gentechnisch veränderten Kartoffel-Linie Amflora  als Futtermittel und - erstmalig in der Geschichte der Zulassungen - als technisch unvermeidbare oder zufällige Verschmutzung in Lebensmitteln bis zu 0,9 %. "Damit  hat die Kommission offenbar eine neue Strategie eingeleitet, den Verbraucherinnen und Verbrauchern Gentechnik in Lebensmitteln unterzuschummeln", warnt Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung im EU Parlament.

 

"Eine solche Zulassung bedeutet, dass Verschmutzungsspuren der Gentech-Kartoffel in Lebensmitteln zugelassen würden und nicht einmal gekennzeichnet werden müssten. Bisher waren nur zufällige und technisch unvermeidbare Spuren bis 0,9% in Lebensmitteln kennzeichnungsfrei, soweit die Spuren von einem in der EU als Lebensmittel zugelassenen GVO stammten. Amflora wurde von der BASF für die industrielle Stärkeverarbeitung gezüchtet, die Abfallprodukte sollen an Tiere verfüttert werden. Von allen gentechnisch veränderten Pflanzen, auch wenn sie nicht zu Nahrungszwecken angebaut werden, können jedoch Kontaminationen durch die Ausbreitung auf Nachbarfelder und durch Vermischungen beim Transport ausgehen. Gentech-Spuren tauchen also über kurz oder lang auch in Lebensmitteln auf."

 

"Wenn diese Zulassung so durchgeht, wird ein Präzedenzfall geschaffen. Zahlreiche GVO, die in der EU nicht als Lebens- und Futtermittel zugelassen sind, treten in Spuren immer wieder in gentechnikfrei deklarierter Importware auf. Bisher bedeutet dies, dass diese Ware zurückgeschickt werden muss. Um dies zu umgehen, strebt die Kommission nun anscheinend an, einen weiteren Weg der Gentech-Zulassung einzuführen", so Graefe zu Baringdorf, Europaabgeordneter für Bündnis 90/Die Grünen." Zulassung als Verschmutzung, statt als Lebensmittel. Vielleicht erhofft sich die Kommission, dass damit aufwendige Verfahren zur Überprüfung der gesundheitlichen Unbedenklichkeit und die Auseinandersetzung mit der kritischen Öffentlichkeit verringert werden könnten. Die Öffentlichkeit ist aber hellwach: Verbraucherinnen und Verbraucher wollen sich keine Gentechnik untermischen lassen und fordern die Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedstaaten auf, gegen diesen Vorschlag zu stimmen!"

 

"Ein besonderes Risiko besteht darin, dass die Kartoffel gegen die Antibiotika Kanamycin und Neomycin resistent ist. Die  Europäische Arzneimittelagentur EMEA unterstreicht die Wichtigkeit der beiden Antibiotika in Human- und Veterinärmedizin." so Graefe zu Baringdorf. "Einen Transfer der Resistenzen von der Kartoffel hin zu Bakterien kann die EMEA laut eigenem Bekunden nicht auszuschließen. Der Schutz der Gesundheit und des Wohlbefindens der Bürgerinnen und Bürger darf nicht den Wirtschaftsinteressen von BASF untergeordnet werden. Auch hier muss das Vorsorgeprinzip gelten!"


 

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