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Verbände zum Milchgipfel

von Redaktion (Kommentare: 0)


Auf dem "Milchgipfel" der Ende Juli 2008 stattfand, machte Thomas Dosch, Präsident von Bioland Deutschland deutlich, dass die Politik eine hohe Verantwortung für die Zukunft der über 100.000 Milchviehbetriebe in Deutschland trägt. „Eine weltmarktorientierte und damit unausgewogene Milchpolitik innerhalb der EU wäre für viele Milchbauern das Aus und hätte erhebliche negative wirtschaftliche und ökologische Auswirkungen in vielen Regionen Deutschlands“, so Thomas Dosch. Bioland spricht sich für eine flexible Mengensteuerung des Angebots auf Basis einzelbetrieblicher Quoten aus.

 

Die Vertreter der sieben wichtigsten Molkereien im Bio-Milchmarkt bezeichneten stabile Preise als wichtigste Bedingung für ein nachhaltiges Wachstum. Im Wettbewerb auf dem Biomarkt seien somit nicht kleine Preise, sondern große Pluspunkte für Gesundheit und Umweltschutz die schlagenden Argumente. „Lockvogelangebote passen nicht zu einem wertvollen Lebensmittel wie Bio-Milch“, so Hermann Heldberg, Vorstandsvorsitzender des BNN Herstellung und Handel. Wenn ein Handelsunternehmen den Preis für die Bio-Milch senken möchte, dürfe das nicht auf Kosten der Milcherzeuger geschehen.

 

Ausgleichszahlungen wie Landwirtschaftsminister Horst Seehofer jetzt für die Milchbauern anstrebt sind ein gut gemeintes Trostpflaster, das kleinen und mittleren Betrieben für eine Zeit den Existenzdruck nehmen würde. Eine wirkliche Hilfe im Hinblick auf die Ursachbekämpfung sind sie allerdings nicht. „So sehr wir eine Ausgleichszahlung als Sofortmaßnahme begrüßen, so sehr warnen wir Politiker wie auch Landwirte davor, sich darauf auszuruhen“, so Sepp Brunnbauer, Geschäftsführer des ökologischen Anbauverbandes Biokreis.

Überraschenderweise senkt Alnatura aktuell den Preis für einen Liter Biomilch um zehn Cent. Das Unternehmen reagiere damit auf das veränderte Kaufverhalten der Kundschaft, sagte Alnatura-Managerin Manon Haccius der „Frankfurter Rundschau“. Wegen der gestiegenen Lebenshaltungskosten drohe eine Abwanderung der Kunden zu den Discountern, die ebenfalls Biomilch und andere Bioprodukte im Angebot haben. Deshalb werde Alnatura auch die Preise für insgesamt 120 Grundnahrungsmittel wie Brot und Käse, Reis und Säfte senken. Für die Milchbauern bedeutet die Senkung einen um einen Cent niedrigeren Auszahlungspreis. Sie erhalten statt 50 nur noch 49 Cent und damit weiterhin deutlich mehr als ihre konventionellen Kollegen. Alnatura-Sprecherin Stefanie Neumann versprach, dass auch die anderen Preissenkungen nicht an die Bauern durchgereicht werden.

 

Bioland-Chef Thomas Dosch kritisiert Alnatura in der taz scharf: „Statt Preise zu senken sollte Alnatura ihre Vorteile gegenüber Discountern besser kommunizieren. Wer nur über den Preis verkauft, landet da, wo konventionelle schon sind: Rentabilitätsmargen von einem Prozent.“ Auch die Upländer Bauernmolkerei, Abfüller der Alnatura-Milch, kritisiert Alnaturas Pläne. Der Preis sei zwar im Vergleich zu anderen Händlern immer noch fair, Alnatura übernehme den Löwenanteil der Senkung, und sie gelte zunächst nur bis September. „Aber sie ist ein Signal in die falsche Richtung“, sagt der Vorsitzende Josef Jakobi.

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