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Verbände begrüßen Verbot von Gentechnik-Mais MON 810

von Redaktion (Kommentare: 0)


Kurz vor der Mais-Aussaat gab Bundes-Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner bekannt, dass sie die „Schutzklausel“ gegen den Anbau des Gentechnik-Mais MON 810 ziehen wird. Dabei stützte sie sich neben Gutachten eigener Behörden auch auf eine jüngst vom BÖLW zusammen mit Campact veröffentlichte Studie.

„Diese Entscheidung kommt im letztmöglichen Augenblick – und sie ist die richtige“, kommentiert Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des BÖLW. Er bezeichnete das Anbauverbot als einen Etappensieg der Vernunft. „Wir erwarten von der Bundesregierung, dass sie sich auch der Zulassung weiterer Gen-Mais-Sorten widersetzt, die von der EU-Kommission derzeit angestrebt werden“, fordert Löwenstein weiter.

„Wir sehen das Verbot als Etappensieg unserer langjährigen Arbeit – rotzdem werden wir die weitere Entwicklung aufmerksam verfolgen und nicht müde werden vor den Gefahren der Agrogentechnik zu warnen“, so Sepp Brunnbauer, Geschäftsführer des ökologischen Anbauverbandes Biokreis, der dabei besonders an die Versuche mit genmanipulierten Kartoffeln und Getreide sowie die Anträge auf EU-Zulassung anderer GV-Maissorten denkt.

„Landwirtschaftsministerin Aigner ist ihrer hohen Verantwortung zum Schutz der Umwelt und der gentechnikfrei wirtschaftenden Landwirtschaft nachgekommen. Sie stärkt damit gemeinsam mit Umweltminister Gabriel das Vertrauen von Landwirten und Konsumenten in eine Politik, die sich nicht der Wirtschaftsmacht internationaler Saatgutkonzerne beugt“, begrüßte Thomas Dosch, Präsident von Bioland, die Entscheidung. „Auf EU-Ebene muss sich Deutschland nun auch gegen die anstehende Neuzulassung von MON 810 sowie von zwei weiteren Gen-Maissorten zum Anbau einsetzen.“ Bioland fordert ein europaweites fünfjähriges Moratorium für die kommerzielle Nutzung von Gentechnik in der Landwirtschaft sowie eine europaweite Regelung zum Schutz der gentechnikfreien Landwirtschaft vor Verunreinigungen mit gentechnisch veränderten Organismen.

Wir begrüßen die Entscheidung von Ministerin Aigner als unvermeidliches Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung um die heftig umstrittene Agrogentechnik.“, erklärte Dietmar Groß, Sprecher des hessischen Bündnis „Keine Agrogentechnik auf Hessens Feldern und Tellern“. „Ebenso notwendig wie das Verbot von Mon 810 ist jetzt die konsequente Unterstützung einer gentechnikfreien Landwirtschaft. Dazu gehört die Schaffung von Rechtsgrundlagen für gentechnikfreie Regionen. Dazu gehört aber auch, dass die seit Mai 2008 in Kraft gesetzte „ohne Gentechnik“-Kennzeichnung endlich mit einer Infokampagne der Bundesregierung bekannt gemacht wird.


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