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Ungarn auf Bio-Wachstumskurs

von Redaktion (Kommentare: 0)


Nach Tschechien wird in Ungarn die zweitgrößte Fläche in der Gruppe der Beitrittsländer ökologisch bewirtschaftet. Der Anteil der Bio-Anbaufläche liegt derzeit bei ca. 150.000 ha (über 2 %). Das starke Flächenwachstum begann im Jahr 1995 mit der steigenden Nachfrage des europäischen Marktes und der Aufnahme Ungarns in die Drittlandsliste der EU sowie der IFOAM-Akkreditierung. Der Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr liegt bei ca. 16.000 ha und damit bei etwa 15 %. Bis 2006 sollen ungefähr 400.000 ha ökologisch bewirtschaftet werden - nahezu eine Verdreifachung innerhalb von drei Jahren. Die Umstellungen werden durch Direktbeihilfen von beispielsweise 102 Euro/ha für Ackerland und 164 Euro/ha für Obst- und Weinbau unterstützt. Zusätzlich können Bio-Betriebe auf die Fördergelder aus dem Agrar-Umweltprogramm zurückgreifen. Diese Flächenförderung liegt zwischen 38 und 190 Euro. Für Öko-Marketing-Maßnahmen werden jährlich zwischen 150.000 und 200.000 Euro ausgegeben.

Knapp 45.000 ha (35 % der gesamten Öko-Fläche) befinden sich in der Umstellungsphase. Acker- und Grünland sind mit jeweils rund 50.000 Hektar gleich stark vertreten. Die Erzeugung von Öko-Obst ist mit 2.500 ha oder 2 % deutlich stärker gewichtet als die von Öko-Gemüse mit lediglich 1.000 ha.

Die Tierhaltung macht nur weniger als 1 % der Bio-Erzeugung aus. Während alle übrigen tierischen Produkte in den letzten Jahren rückläufige Produktionszahlen aufwiesen, konnte die Geflügelfleischproduktion kontinuierlich zulegen. Ein Verarbeitungsunternehmen investiert derzeit 5,7 Mio. Euro in eine neue Geflügel-Verarbeitungsanlage. Es gibt momentan 215 Verarbeitungsunternehmen in Ungarn, dazu gehört u.a. auch die Firma Hipp.

Etwa 90 % der Bio-Produkte werden exportiert. 2003 waren es um die 25.000 Tonnen Weizen, 9.000 Tonnen Dinkel, 7.000 Tonnen Mais und 3.500 t Sonnenblumenkerne. Das Exportvolumen umfasste rund 25 Mio. Euro. Zielländer sind neben Österreich, Deutschland und der Schweiz auch Frankreich, Niederlande und die USA. Die Vermarktung im Inland erfolgt mit einem Anteil von 50 - 60 % über den konventionellen LEH und zu 35 - 40 % über rund 300 Naturkostläden, Reformhäuser und Drogerien. Der Ab Hof- / Abokisten- und Wochenmarktverkauf liegt bei einem bis fünf Prozent.
(3.1.2005)

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