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Tschechien: Zehn Jahre Bioladen-Verband

von Redaktion (Kommentare: 0)


Die unabhängige Sektion für Bioläden des Verbandes der Biolandwirte Pro-Bio feiert ihr zehnjähriges Jubiläum, berichtet Ekoconnect. Genau vor einem Jahrzehnt gründete Jarmila Chladová, Inhaberin eines Bioladens im osttschechischen Litomyšl, diese Sektion. Ihr Ziel war es, anderen auf Bioprodukte spezialisierten Läden bei der Gründung und beim Aufbau zu helfen. Außerdem sollten Informationen auf diese Weise einfacher ausgetauscht werden, um eine gute Ausbildung für die Verkäufer zu gewährleisten sowie die Kunden fachkundig informieren zu können. In den Verband traten bald weitere Läden ein, beispielsweise Country Life aus Prag sowie Bazalka aus Hradec Králové. Die unabhängige Sektion hat heute 50 Mitglieder in der gesamten Tschechischen Republik. Bioläden, die Mitglied im Verband Pro-Bio sind, machen heute 20 % des Gesamtumsatzes an Bioprodukten in Tschechien aus. Für die Beratung der Kunden und als Absatzmöglichkeit für die regionalen Öko-Betriebe haben die Naturkostfachgeschäfte eine hohe Bedeutung. Die Kunden in den Bioläden des Verbandes Pro-Bio bekommen die Zusicherung, dass in den Läden wenigstens 30 % der Produkte, immer jedoch mindestens 150 Produkte, aus ökologischem Landbau stammen. In größeren Städten haben die Bioläden rund 60 bis 80 % Öko-Anteil und in ihren Regalen finden sich mehr als 1000 Produkte. Die Pro-Bio-Mitgliedsläden kümmern sich auch dieses Jahr aktiv mit Veranstaltungen um Werbung für Öko-Lebensmittel, besonders am ‚Tag der Erde‘ und bei der Aktion ‚Bioproduktemonat September‘.


Zum ersten Mal seit 1995 ist die Ökolandbaufläche in Tschechien nicht weiter gewachsen. Die Ökofläche reduzierte sich Ende 2005 sogar um 8.317 ha auf rund 255.000 ha. Auch die Anzahl der Ökolandwirte ist von 836 im Jahre 2004 auf 829 in 2005 leicht zurückgegangen. Der Anteil der Biofläche an der landwirtschaftlichen Gesamtfläche betrug am Ende des letzten Jahres 5,98 %, 2004 waren es 6,16 %. Zum ersten Mal nach vier Jahren ist ein Anstieg der Ackerflächen um 5,4 % (1.072 ha) zu verzeichnen. In 2005 haben sich außerdem 20 neue Verarbeiter von Bioprodukten angemeldet; damit sind es jetzt insgesamt 125 Betriebe. Daneben sind im letzten Jahr 107 neue Öko-Vermarktungsunternehmen hinzugekommen (jetzt insgesamt 295). Von diesen sind 88 kleine Einzelhändler. Die Ausfuhr von Bioprodukten, insbesondere in Nachbarländer mit hoher Nachfrage nach Biorohstoffen, ist im letzten Jahr angestiegen. Da in Tschechien Verarbeitungskapazitäten fehlen, wird ein Großteil der Ökorohstoffe exportiert. Auf der anderen Seite werden nach Tschechien fertig verarbeitete Bioprodukte eingeführt (z.B. Erfrischungsgetränke, Nudeln und Milchprodukte). Diese Produkte kommen vor allem aus den Ländern Westeuropas. Nach Schätzungen der Agentur Green marketing wurden 2005 für rund 350 Mio. Kronen (12,5 Mio. Euro) Bioprodukte eingeführt. Dies ist ein Wachstum von rund 30 % zum Vorjahr. Es werden auch Feldfrüchte importiert, die auch in Tschechien produziert werden könnten. Im letzten Jahr waren es z.B. 65 Tonnen Buchweizen aus China.

 

Das tschechische Ministerium für Landwirtschaft hat zwei Abschnitte zur Förderung der ökologischen Landwirtschaft aus dem Programm für Ländliche Entwicklung für die Förderungsperiode 2007 – 2013 gestrichen. Die ursprünglichen Abschnitte sahen die Beteiligung von Biolandwirten an Qualitätssicherungsprogrammen vor, um die Bevölkerung über ihre Öko-Produktion zu informieren und Ökolandbau zu fördern. Diese Entscheidung kann die Zukunft des Ökolandbaus in Tschechien negativ beeinflussen. Die Hauptgründe des Stagnierens des Ökoflächenwachstums sind nach Ansicht des Verbandes „Pro-Bio“ das ungenügende Marketing für Bioprodukte, die geringen Werbemöglichkeiten sowie das ungenügende Wissen der Verbraucher. Die Regierung hatte noch 2004 ein Dokument verabschiedeten, aus dem hervorgeht, den Anteil der Ökolandbaufläche bis 2010 auf 10 % der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche zu steigern. Mit dem neuen Programm wird dieses Ziel jetzt um drei Jahre auf 2013 verschoben.

 

Seit 1. Juni 2006 führt EkoConnect ein Interreg III A Projekt mit dem Titel „Bio verbindet“ im westsächsisch-tschechischen Grenzgebiete durch. Hier werden in Seminaren und Workshops neben dem Ökolandbau auch Themen wie Agrotourismus und Alternative Energien aufgegriffen. 

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