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Tiefgefrorene Frische: Bio-Tiefkühlkost

von Redaktion (Kommentare: 0)


Professor Ritter (Bild) ist Dekan des Fachbereiches Oecotrophologie der Fachhochschule in Münster. Er initiierte die Stiftungsprofessur für nachhaltige Ernährung/Ernährungsökologie. Der Lebensmittelchemiker und Ernährungswissenschaftler hat an der Forschungsanstalt Geisenheim im Fachgebiet Weinanalytik und Getränkeforschung erforscht, wie und warum Säfte und Weine schmecken. Seit fünf Jahren lehrt er die Wissenschaft vom Schmecken an der Fachhochschule Münster, unter anderem in einem Sensoriklabor, wo nach wissenschaftlichen Kriterien verkostet und beurteilt wird. Weitere Schwerpunkte seiner Arbeit sind pflanzliche Lebensmittel sowie Produktentwicklung.

 

Herr Professor Ritter, Tiefkühlprodukte gehören zu den wenigen Lebensmitteln, für die es eine gesteigerte Nachfrage gibt. Wie erklären Sie das?

 

„Tiefkühlprodukte werden tatsächlich immer beliebter. Das ist auch nachvollziehbar, weil sie dem Verbraucher entgegenkommen. Auf der einen Seite bieten sie Frische, auf der anderen Seite begrenzen sie die Zeit, die man zu Hause für die Zubereitung von Speisen aufwenden muss. Das ist für alle, die wenig Zeit haben, ein Vorteil.“

 

Auch Lebensmittel aus Bioanbau erfreuen sich wachsender Nachfrage. Es gibt auch Bio-Tiefkühlkost. Bietet sie dem Verbraucher einen doppelten Nutzen?

 

„Ja, das würde ich so sehen. Die Kombination von biologisch hergestellten Lebensmitteln mit der Technik der Tiefkühlkost bündelt Vorteile. Auf der einen Seite die Vorteile der Tiefkühlkost: Frische, schonende Herstellung, Sicherheit, Genusswert und die ganzjährige Verfügbarkeit. Auf der anderen Seite die Vorzüge der biologischen Lebensmittel. Hierzu zähle ich die gegenüber konventionellen Lebensmitteln begrenzte Belastung mit Schadstoffen wie Nitrat und Pflanzenschutzmitteln, ferner die Vorteile bei bestimmten positiven sekundären Pflanzenstoffen, wie z.B. den Pflanzenphenolen, die in Bio-Lebensmittel oft in höheren Konzentrationen zu finden sind. Schließlich sehe ich in der größeren Anzahl der Sorten, die der Biolandbau verwendet, eine größere Geschmacksvielfalt. Auch die Intensität des Geschmackes ist bei Bioprodukten oft größer. Hinzu kommen die Regionalität und am Ende ein hohes Vertrauen zwischen Produzenten und Verbrauchern.“

 

Worauf sollte der Verbraucher achten, wenn er zu Hause Tiefkühlkost lagert?

 

„Sie eignet sich hervorragend zur Vorratshaltung. Idealerweise ist sie gut portionierbar, so dass man nur das aus dem Tiefkühlgerät nehmen muss, was man gerade zubereiten möchte. Natürlich muss der Verbraucher darauf achten, dass die Tiefkühltemperatur eingehalten wird, das heißt bei minus achtzehn Grad lagern. Aufgetaute und nicht zubereitete Tiefkühlprodukte müssen nicht unbedingt immer weggeworfen werden. Der Aufdruck „Nach Auftauen nicht wieder einfrieren“ ist ein vorsorglicher Sicherheitshinweis. Wenn man sehr schnell wieder einfriert, verderben die Lebensmittel nicht. Notieren Sie auf der Verpackung, dass sie schon einmal aufgetaut war, denn ein zweites Wiedereinfrieren ist nicht empfehlenswert.“

 

Als Wissenschaftler beschäftigen Sie sich auch mit der Herstellung von Lebensmitteln und deren Entwicklung. Was würden Sie sich bei Biotiefkühlkost wünschen?

 

„Bei Biotiefkühlkost wünsche ich mir, dass die zu beobachtende Entwicklung neuer Produkte beibehalten wird. Die Geschmacksvielfalt ist mir wichtig, darum sollten die Produzenten weiter auf Sortenvielfalt achten und nicht auf einen Einheitsgeschmack hinsteuern. Da sehe ich aber im Biobereich nicht die Gefahr, weil hier die Breite an Sorten, die schonende Herstellung und die Originalität der Produkte einen Rahmen schaffen, so dass wir einen intensiven Geschmack hier auch in Zukunft erwarten können.“

 

Die Fragen stellte Hanjörg Bahmann vom Presseforum Biobranche
Das PresseForum BioBranche wurde vor vier Jahren von Pressesprechern der Naturkost- und Naturwarenbranche als Anlaufstelle für Medienvertreter gegründet.
www.biopresseforum.de.

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