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Tegut unterstützt die biologisch-dynamische Pflanzenzüchtung

von Redaktion (Kommentare: 0)


 

Der gemeinnützige Verein Kultursaat e.V. nutzte den Rahmen der AgrarBündnis-Tagung, um ein Modell der Unterstützung der Pflanzenzüchtung für den Ökolandbau vorzustellen. Die Firma Tegut spendet in diesem Jahr erstmalig 10.000 € für die biologisch-dynamische Kohlrabi-Züchtung unter dem Dach von Kultursaat e.V. Die Unterstützung ist dringend notwendig, denn Kohlrabi steht stellvertretend für alle Gemüse, bei denen der ökologische Erwerbsanbau durch die konventionellen Labortechniken - hier das gentechniknahe Verfahren der Protoplastenfusion - in Zukunft nicht auf konventionelle Neuzüchtungen zurückgreifen kann. Die Entwicklungen am Saatgutmarkt schaffen für den Ökologischen Landbau Realitäten, aus denen sich ein dringender Handlungsbedarf ableiten lässt, wenn die Richtliniendiskussion unabhängig von Konzern-Entscheidungen bleiben soll. (Bild, v.l.n.r.: Michael Fleck, Andreas Swoboda/Tegut)


Das Fuldaer Handelsunternehmen engagiert sich für biologisch angebaute Lebensmittel im Sortiment seiner über 300 Märkte und übernimmt darüber hinaus Verantwortung für den Ökolandbau. Aktuelles Beispiel ist das Engagement von Tegut für die biologisch-dynamische Pflanzenzüchtung. Eine ökologische Pflanzenzüchtung ist vom Samen an die Grundlage für Bio-Gemüse. Die Züchtungstechniken und die konventionelle Saatgut-Produktion entfernen sich immer mehr von den Prinzipien des Ökologischen Landbaus – am Ende dieser Entwicklung steht die Gentechnik. Sie wird von der Mehrheit der Verbraucher – 96 % der Tegut Kunden sind gegen den Anbau von GVO – abgelehnt.

 

Doch die Pflanzenzüchtung für den Ökologischen Landbau steckt noch in den Kinderschuhen. Bisher gibt es nur sehr wenige auf ökologisch bewirtschafteten Flächen gezüchtete Pflanzensorten. Im Gemüsebau sind die Züchter/innen des Vereins Kultursaat e.V. mit ihrer Gemüsezüchtung führend. Bereits 38 Sorten aus der Arbeit konnten beim Bundessortenamt angemeldet werden. Tegut hat in seinen Märkten bereits saisonal die wohlschmeckende Kultursaat-Möhrensorte Rodelika verkauft und im Zuge dessen auf das Thema biologisch-dynamische Gemüsezüchtung aufmerksam gemacht.

 

„Die Zukunftsfähigkeit des Ökologischen Landbaus hängt wesentlich von der Saatgutfrage ab. Wenn sich die konventionellen Züchtungstechniken weiter so rasant vom Ökolandbau entfernen, wird das gravierende Folgen haben. Wir wollen aktiv gegensteuern und unterstützen daher die unter dem Dach des gemeinnützigen Vereins Kultursaat stattfindende Züchtungsarbeit an Gemüse. Uns überzeugt dabei die konsequente Züchtung auf biologisch-dynamischen Betrieben, der ganzheitliche Qualitätsanspruch und der teilhabende Züchtungsansatz“, so Andreas Swoboda (Bild), Mitglied der Tegut Geschäftsleitung, Bereich Qualität und Umwelt. „Als Lebensmittelunternehmen sind wir davon überzeugt, dass die Kultursaat-Idee, Sorten als Kulturgut zu behandeln, für den Ökolandbau insgesamt zukunftsweisend ist. Wir beschäftigen uns ebenso intensiv mit der Frage, wie unsere Lebensmittel Leben vermitteln. Sie tun dies nur, wenn wir sie so erzeugen, dass eben auch noch Leben in ihnen steckt. Gerade hier ist die Frage der Vermehrungsfähigkeit für uns ein wichtiges Indiz für die Qualität von Lebensmitteln“, so Swoboda weiter.

 

Neben Spenden, die durch den Verkauf von Saatgut-Portionstüten in den Tegut Märkten gesammelt werden, stellt das Unternehmen dem Verein Kultursaat in diesem Jahr zusätzlich 10.000,- Euro für die Kohlrabi-Züchtung zur Verfügung. „Wir sind für diese Unterstützung sehr dankbar“, so Michael Fleck, Geschäftsführung Kultursaat e.V. „Bislang konnten wir unsere Kohlrabi-Projekte aus finanziellen Gründen nicht im notwendigen Umfang realisieren. Dies ist angesichts der Lage am Saatgutmarkt besonders tragisch: Gerade bei der konventionellen Kohlrabi-Hybridzüchtung, kommt verstärkt die im Ökologischen Landbau unerwünschte Methode der Protoplastenfusion zum Einsatz, die der Gentechnik zugeordnet wird. Die Entwicklung geeigneter samenechter Kohlrabi-Sorten ist daher besonders dringlich.“


Neu an dieser Art der Zusammenarbeit ist die projektorientierte Form, denn bislang sind alle Zuwendungen an den Verein, sei es von Stiftungen, privaten Spendern oder von anderen Akteuren der Naturkostbranche genereller Natur. Fleck weiter: „Züchtung ist äußerst zeitaufwendig. Wir hoffen, dass Tegut die ersten Kohlrabisorten aus Kultursaat-Selektion so begeistert, dass die Zusammenarbeit langfristig ausgebaut werden kann und zudem noch weitere engagierte Unterstützer gefunden werden. Denn bei anderen Gemüsearten stehen wir vor einer ähnlichen Problematik!“

 

Die Sortenrechte der neu gezüchteten Kultursaat-Sorten liegen bei dem gemeinnützigen Verein; die Züchtungsarbeit wird derzeit zum weitaus größten Teil aus Spendengeldern und sowie in geringem Umfang aus Projektförderungen der öffentlichen Hand unterstützt. Durch diese marktunabhängige Finanzierung und den gemeinnützigen Ansatz wird sichergestellt, dass „Sorten als Kulturgut“ erhalten bleiben und nicht kurzfristigen und einseitigen Profitinteressen zum Opfer fallen.

 

www.kultursaat.org

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