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Stiftung Warentest vergibt schlechte Noten für Bio-Öle – erneut Weichmacher gefunden

von Redaktion (Kommentare: 0)


Im Testheft für Januar 2006, das schon im Dezember 2005 erscheint, hat die die Stiftung Warentest verschiedene Speiseöle auf Weichmacher untersucht. Die meisten Öle sind kaum oder gar nicht belastet. Auffällig ist, dass insbesondere Nuss- und Olivenöle Weichmacher enthalten. Insgesamt waren 50 Öle im Test, 18 davon in Bio-Qualität. Bei den Bio-Produkten wies das Walnussöl von Bio Planète besonders hohe Werte (38 Milligramm Diethylhexylphtalat (DEHP) je Kilogramm) auf. Auch das Bio Planète-Leinöl ist betroffen (7,7 mg/kg DEHP). Naturata-Kürbiskernöl lag mit 1,0 mg/kg an der Nachweisgrenze. Bio Planete Kürbiskern und Erdnuss sowie Rapunzel Rapsöl waren nicht belastet. Naturata Kürbiskernöl wies geringe und Rapunzel Mani Olivenöl mäßige Belastung auf.

 

Aufgrund der Testwerte ruft Bio-Planète beide Öle zurück. Erklärt wird die Belastung mit einem womöglich falsch zertifizierten Schlauch, der jedoch umgehend ersetzt worden sei. Der Hersteller in einer Stellungnahme:

„Wir möchten jedoch betonen, dass sich die Ergebnisse der Stiftung Warentest nicht mit den von uns in Auftrag gegebenen Analysen decken. Diese Werte waren laut Expertenmeinung als unbedenklich einzustufen und daher haben wir die Öle in Verkehr gebracht.

Wir haben folgende Werte gefunden: Walnussöl: In Charge 1585 MHD 05/06 – hier handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um die Charge, die von Stiftung Warentest untersucht wurde – wurde von unserem Labor ein weit geringerer Wert gefunden: 8,8 mg/kg DEHP. (Wert bei „test“: 38 mg/kg. E.H.) Leinöl: Charge 1755 MHD 03/06 – ebenfalls wahrscheinlich die Charge, die für den Test herangezogen wurde - hier ermittelte unser Labor einen Wert von 3,5 mg/kg DEHP. (Wert bei „test“ 7,7 mg/kg. E.H.) Diese Werte waren für uns selbstverständlich der Anlass, alle Eintragspfade zu überprüfen. Die Erklärung für die Belastung des Walnuss- und Leinöls scheint ihr Spezialitäten-Charakter zu sein: Sie werden bei uns in kleinen Manufakturen hergestellt. Es stellte sich heraus, dass ein Schlauch, dessen Zertifikat über Weichmacherfreiheit uns vorlag, dennoch belastet war. Wir haben diesen umgehend ersetzt. Dies erklärt, warum nur diese Öle betroffen waren. Wir hatten bereits Ende September 2005 aufgrund der ersten Veröffentlichung und ohne direkt betroffen zu sein sehr umfangreiche Analysen von allen unseren Ölen veranlasst. Seitdem haben wir über 80 Analysen allein auf Weichmacher in Auftrag gegeben. Dabei hat sich herausgestellt, dass die anderen Öle unseres Unternehmens frei von Weichmachern sind.“

 

Die Stiftung Warentest kritisiert aufgrund des Testergebnisses den Bundesverband Naturkost. Unter der Überschrift „Der falsche Weg“ heißt es: „Ausgerechnet der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) macht es sich leicht. Er rettet sich auf „Orientierungswerte“, die künftig für Bio-Olivenöl nicht überschritten werden sollen. Das heißt übersetzt, Weichmacher im Öl zu legalisieren. Mengen, die wir bereits als „mäßig belastet“ bewerten, sind für den BNN noch unkritisch. Aber gerade von Bioprodukten erwarten Kunden, dass sie frei von Schadstoffen und Rückständen sind. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung will der BNN-Argumentation nicht folgen. Jede Aufnahme von Weichmachern muss vermieden werden. Und technisch ist das ja auch möglich: Viele Hersteller – von konventionellen und Bioölen – haben es gezeigt.“

 

Der BNN reagiert wie folgt: "Die Test-Ergebnisse zeigen, dass die Qualitätsverbesserungs-Maßnahmen in der Naturkostbranche gegriffen haben. In Distel-, Raps-, Pflanzen-, Sesam-, Soja-, Sonnenblumen- und Traubenkernölen wurden keinerlei Weichmacher gefunden. Mit einer einzigen Ausnahme - einem Walnussöl - halten alle 18 getesteten Bio-Speiseöle die neuen Orientierungswerte für Weichmacher ein. Die im Test berücksichtigten Unternehmen haben Stellungnahmen vorbereitet.
Der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) Herstellung und Handel e.V. hat nach dem
Olivenöl-Test im Oktober 2005 zahlreiche Bio-Ölhersteller zu einem Gespräch eingeladen.
Ziel war es, Eintragspfade für Weichmacher zu ermitteln und zu verschließen. Darüber
hinaus wurden im Rahmen einer Sofortmaßnahme brancheneinheitliche Orientierungswerte
vereinbart, die strenger als der gesetzliche Rahmen sind. Selbstverständlich ist jedes Bio-
Unternehmen bemüht, noch niedrigere Werte einzuhalten. Für die kommende Ernte
wurden in der Naturkostbranche zahlreiche Verbesserungen in den Produktionsprozessen
veranlasst. Ziel ist es, weichmacherfreie Bio-Speiseöle zu garantieren.
Stiftung Warentest kritisiert in dem Artikel auch den BNN Herstellung und Handel e.V. Dabei
wird durch sachlich falsche Aussagen und die Wortwahl die Arbeit des Verbandes
diskreditiert. Unter anderem behauptet die Stiftung Warentest, die Orientierungswerte
zielten darauf ab, "Weichmacher im Öl zu legalisieren".

Dazu stellt der BNN Herstellung klar:

1. Es gab keinen illegalen Vorgang, der "legalisiert" werden müsste.
2. Der Orientierungswert für Bio-Olivenöl ist ein freiwilliger Mindeststandard in der
Naturkostbranche, der strenger ist als die gesetzlichen Grenzwerte."

 

 

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