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Stiftung Warentest kritisiert Naturkosmetik

von Redaktion (Kommentare: 0)


Im Test-Magazin 1/2007 widmet die Stiftung Warentest der Naturkosmetik einen eigenen Test. Zwölf Gesichtscremes wurden auf ihre Fähigkeit zur Feuchtigkeitsanreicherung, Anwenderfreundlichkeit, Stabilität, Deklaration und mikrobiologische Qualität geprüft. Den Ergebnissen wird durch die Artikelüberschrift "Keime drohen" pauschal ein negatives Etikett verpasst. Insgesamt kommt Warentest zu dem halbherzigen Schluss: „Nichts spricht gegen Naturkosmetik, wenn man sich damit wohler fühlt." Naturcremes seien in der Wirkung durchaus mit konventionellen Cremes vergleichbar, besondere Vorteile blieben aber umstritten. Immerhin wird allen Cremes eine „sehr gute“ Verträglichkeit bescheinigt.

 

Durch den Verzicht auf synthetische Konservierungsstoffe werden Naturkosmetik-Cremes zum Teil anfällig für Keimbefall, heißt es bei Warentest weiter. Vor "heftigen Reizungen" oder "weitergehenden Infektionen" wird gewarnt und die Verwenderin von Naturkosmetik zu mehr Achtsamkeit als beim Gebrauch konventioneller Kosmetik aufgefordert.

 

Testsieger mit der Note "sehr gut" ist das Feuchtigkeitsfluid Aloe Vera von dm/alverde. Mit "gut" folgen die Iris Feuchtigkeitscreme von Weleda, Dr. Hauschka Gesichtscreme Quitte, Sante Softcreme Lotus & White Tea sowie Lavera Faces Wildrose. "Befriedigend" waren Apotheker Scheller fältchenmindernde Tagescreme Quitte, Neobio Gurken-Feuchtigkeitscreme, Sanoll Königskerze Feuchtigkeitscreme und Logona Tagescreme Rose. Nur auf "ausrechend" kam die Kräutergarten Kräutercreme mit Arnika und Avocado. Alva Sanddorn Feuchtigkeitscreme und Rossmanns Alterra Tagescreme mussten sich wegen "mangelhafter Mikrobiologie" mit der schlechtesten Gesamtnote abfinden.

 

Warentest hat die Produkte einem Belastungstest unterzogen. Bei diesem werden bewusst Keime – unterschiedliche Bakterien und Pilze – in die Cremes eingetragen. Bei einem konservierten Produkt sterben die Krankheitserreger mehrheitlich ab. Cremes, die das nicht in ausreichendem Maße schafften, bekamen entsprechende Minuspunkte für die mikrobiologische Qualität und als Folge auch im Test-Qualitätsurteil.

 

Das Testurteil gibt Logona keinen Anlass, etwas an der bewährten Qualitätssicherung zu ändern. Sprecherin Bettina Bockhorst hält einen derartigen Belastungstest nicht der Anwendung im Alltag entsprechend und weist darauf hin, dass im Hause umfangreiche Keimtests durchgeführt würden. Selbst drei Jahre alte Rückstellmuster seien nicht zu beanstanden. Gerade bei der abgewerteten Creme gäbe es eine minimale Reklamationsquote, obwohl diese, da für trockene Haut gedacht, komplett ohne Alkohol sei. Das gut bewertete Sante-Produkt enthalte dagegen ca. 10 % Alkohol.

 

Alva-Geschäftsführer Martin Plassonke zeigt sich über das Testergebnis sehr verwundert. "Das Ergebnis von Stiftung Warentest deckt sich in keinster Weise mit den Ergebnissen unserer Forschung - im Gegenteil. Für uns steht das Thema „Mikrobielle Stabilisierung“ von Produkten im Mittelpunkt unserer Arbeit. Unser Bestreben als qualitätsbewusster Hersteller ist, die Stabilisierung unserer Produkte auf für den Menschen schonendste Weise durchzuführen. Neben regelmäßigen Stabilitätsanalysen lassen wir unsere Produkte in Hautkliniken auf Verträglichkeit sowie Wirksamkeit untersuchen. Den Beweis für die hervorragende mikrobielle Stabilität unserer Produkte erbringt unter anderem die Analyse vom 21. September 2006 im staatlich vereidigten Labor, GUA - Gesellschaft für Umweltanalytik, Frau Dr. Rosemarie van Hülst, in Osnabrück. Danach sind unsere Produkte nachweislich mikrobiell absolut stabil, auch ohne Parabene, Chlor, Alkohol oder Silberoxyde etc.!" Dass aufgrund eines Belastungstests ein Produkt mit „mangelhaft“ abgeschmettert wird, bezeichnet Plassonke als "unseriösen  Sensationsjournalismus“.

 

Die Stiftung Warentest kritisiert zudem den Duft der Naturkosmetik. Dieser sei "zumindest am Anfang gewöhnungsbedürftig." Die zur Parfümierung eingesetzten ätherischen Öle hätten zum Teil "derart intensiv" geduftet, dass einige Testpersonen das als aufdringlich empfanden, bzw. die Prüfungen vorzeitig abbrachen, weil ihnen der Duft der Produkte „unerträglich“ wurde.

 

Bei der Deklaration bemängelt „Test“ die deutsche Übersetzung der Inhaltsstoffe auf der Verpackung. Diese sei bei etlichen Herstellern "manchmal sehr klein und nur schwer leserlich" sei. Nach der geltenden Kosmetikverordnung müssen alle Inhaltsstoffe in abnehmender Reihenfolge ihrer Konzentration lediglich auf Englisch auf der Verpackung stehen. Ein deutsche Übersetzung ist im konventionellen Bereich nicht die Regel, es ist unverständlich, weshalb "Test" diesen zusätzlichen Service bloß wegen zu kleiner Schrift als negativ einstuft.


 

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