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Stiftung Warentest zur Unterlassung verurteilt

von Redaktion (Kommentare: 0)


Die Stiftung Warentest veröffentlichte im Test-Heft Oktober 2008 eine ungünstige Bewertung einer Sauerrahmbutter der Andechser Molkerei Scheitz GmbH (wir berichteten).

Die Stiftung stützte ihre Bewertung auf die Behauptung, eine hohe Anzahl von Milchsäurebakterien in der Sauerrahmbutter nützten der Gesundheit. In dem untersuchten Produkte sei die Menge der Bakterien jedoch zu gering gewesen. Sachverständige, deren Testate dem Gericht vorgelegt wurden, beurteilten dies als indiskutabel falsch. Für die Molkerei erhob Rechtsanwalt Hanspeter Schmidt am 30.09.2008 Klage vor der zweiten Kammer des Landgerichts Mannheim.

Sie erließ nach mündlicher Verhandlung in Mannheim am 14.10.2008 das folgende Urteil:

"1. Die Verfügungsbeklagte wird verurteilt, es bei Meidung von Ordnungsgeld bis zu 250.000,-- EUR, ersatzweise Ordnungshaft bis zu sechs Monaten, zu unterlassen, folgende Behauptungen bezogen auf das Produkt der Verfügungsklägerin "Andechser Natur Bio Almbutter" zu verbreiten:
a. Die Bio Almbutter Andechser Natur ... enthielt(en) zu wenige der nützlichen Milchsäurebakterien.
b. Die Bio Sauerrahm Marken von Andechser, ... fiel(en) durch geringe Mengen Milchsäurebakterien (Nutzflora) negativ auf. Die sind bei der Herstellung von Saurahmbutter aber zwingend notwendig und sollten in ausreichender Anzahl vorhanden sein.
c. Die Bewertung "mangelhaft" in der Rubrik "mikrobiologische Qualität" allein mit der Fußnote "zu wenig Milchsäurebakterien (Nutzflora)" als Begründung.
d. Testverlierer: Aldi Nord, Aldi Süd, die Marke PLUS/Alpa, Molkerei Schrozberg, Andechser Natur, Edeka, Rewe. Grund für die schlechten Noten ist vor allem mangelnde Hygiene bei der Herstellung. Bei fünf Sorten fanden die Tester Keime. Eine gesundheitliche Gefahr besteht aufgrund der Prüfergebnisse nicht, aber eine mangelnde Hygiene spricht nicht für die Produktion und deshalb haben wir in diesen Fällen tatsächlich mit mangelhaft bewerten müssen.
2. Die Verfügungsbeklagte trägt die Kosten des Verfahrens.
Streitwert: 50.000,-- EUR".

Das Urteil soll Mitte Oktober an den Anwalt der Stiftung Warentest zugestellt werden, die schriftlichen Urteilsgründe folgen nach. Ab dem Zeitpunkt der Zustellung gilt das Unterlassungsgebot.

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