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Stevia: 300-mal süßer als Zucker

von Redaktion (Kommentare: 0)


Die Heilpflanze aus Südamerika, die 300- mal süßer als Zucker ist und dabei extrem kalorienarm, ist in der EU als Lebensmittel nicht zugelassen. Schuld daran ist die Novel Food Verordnung, die für eine Zulassung von neuen Nahrungs- oder Heilmitteln ein aufwändiges Prüfverfahren nötig macht. Die Begründung, warum Stevia diese Zulassung bislang verweigert wird, geht unter anderem auf eine Studie von 1999 zurück, in der extrem hohe Dosen von Steviosid die Fruchtbarkeit von Ratten beeinträchtigt haben. In solch hohen Konzentrationen seien auch andere Pflanzen wie Kartoffeln, Bohnen oder Tomaten giftig, sagen Forscher.


In Japan wird Stevia bereits seit 25 Jahren als Süßungsmittel gebraucht, denn dort sind künstliche Süßstoffe verboten. Auch in den USA und in der Schweiz ist Stevia im Gebrauch, in Südamerika sowieso. In Europa setzt man dagegen lieber auf künstliche Süßstoffe wie Cyclamat, vor denen Forscher immer wieder warnen. Sie sind umstritten, weil sie die Lust auf Zucker erhöhen und weil sie im Verdacht stehen, Krebs erregend zu sein.
Steviakraut hingegen hat nicht nur süßende Eigenschaften, sondern wird in seiner Heimat auch als Heilmittel gegen Hautkrankheiten, Bakterien und Karies eingesetzt. Auch seine Blutzucker senkende Wirkung ist nachgewiesen und macht die Pflanze für Diabetiker interessant. Die Vermutung liegt nahe, dass einer Einführung des Wunderkrautes hauptsächlich die Interessen der Zuckerindustrie und der Hersteller synthetischer Süßstoffe entgegenstehen.


Allerdings ist man einer EU-Zulassung im Frühjahr dieses Jahres einen Schritt näher gekommen: Ein Expertenausschuss der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Food and Agriculture Organisation hat Süßstoffen aus Stevia einen ADI (acceptable daily intake)-Wert erteilt. Das heißt, bis 2007 ist die Aufnahme einer gewissen Tagesdosis durch Lebensmittel befristet erlaubt. Eine Zulassung ist damit noch nicht erfolgt, jedoch könnten sich Stevia-Produkte auf dem deutschen Markt etablieren, wenn bis zum Ablauf dieser vorläufigen Genehmigung fehlenden Informationen und Forschungsergebnisse erbracht sind.


Wissenschaftler an den Universitäten Hohenheim und Bonn experimentieren bereits mit Stevia. In Hohenheim hat man eine Methode entwickelt, um das Steviosid möglichst schonend aus den Blättern zu isolieren. Die Bonner Forscher beschäftigen sich mit dem Anbau der Heilpflanze, die auch auf deutschen Äckern gedeihen könnte.

Infos zu Stevia

(05.12.2005)


 

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