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Stallpflicht auch für Bio-Geflügel

von Redaktion (Kommentare: 0)


Angesichts neuer Vogelgrippefälle in Europa müssen in ganz Deutschland Hühner, Enten und Gänse in den Stall. Eine Eil-Anordnung - die erste dieser Art in der Geschichte der Bundesrepublik - erließ Bundesverbraucherminister Jürgen Trittin (Grüne) am Abend des 19. Oktober 2005. Das Freilaufverbot soll möglichst schon am Do. 20.10., spätestens jedoch am Samstag in Kraft treten. Danach muss bis zum 15. Dezember sämtliches Geflügel weggesperrt werden. Im europäischen Teil Russlands, etwa 200 Kilometer südlich von Moskau, war zuvor das gefährliche Vogelgrippevirus H5N1 nachgewiesen worden. In Rumänien bestätigte sich ein zweiter Verdachtsfall. Um der Einschleppung des Virus über illegal importierte Geflügelprodukte zu begegnen, werden an deutschen Grenzen und Flughäfen strengere Kontrollen
durchgeführt.

Alle diese Maßnahmen dienen der Vorbeugung und sollten nicht als Panikmache interpretiert werden. Walter Höhne, Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft CW Öko Ei, einem Zusammenschluss von 22 Landwirten mit ökologischer Legehennenhaltung, hat in einem Rundbrief die meist gestellten Fragen beantwortet:

Die Vogelgrippe ist eine Viruskrankheit, die alle Vogelarten infizieren kann. Menschen stecken sich nur selten an, denn dazu braucht es den direkten Kontakt zu erkranktem Geflügel. Allerdings kann der Vogelgrippevirus in Kombination mit einem menschlichen Grippevirus gefährlich werden. Ein bisher in Deutschland noch nicht aufgetretener Fall und auch in Asien in nur verschwindend geringen Zahlen gegenüber "normalen" Grippeerkrankungen mit tödlichem Ausgang.

Der Virus ist nicht hitzeresistent. Die Zerstörung erfolgt bereits bei 70 Grad Celsius. Daher ist es empfehlenswert, nur erhitzte Geflügelprodukte zu verzehren. Wenn man diese Empfehlung zur Zeit vorsichtshalber ausspricht, so ist es doch eine Tatsache, dass regional erzeugte Geflügelprodukte und Eier im Moment noch nicht davon betroffen sind.

Bei dem nun behördlich angeordneten Auslaufverbot können Bio-Eier auch weiterhin als Eier aus ökologischer Erzeugung verkauft werden. Im Falle unserer Erzeugergemeinschaft steht den Hühnern ein Tageslichtstall mit Stroheinstreu und ein überdachter, vergitterter Wintergarten zum Scharren und Sandbaden zur Verfügung. Außerdem lässt das Platzangebot ein natürliches Herdenverhalten nach wie vor zu.

Versuche, den Käfig für Legehennen nun wieder als einzig hygienische Alternative hinzustellen, können weder von Tierschützern, ökologischen Landwirten noch verantwortungsbewussten Verbrauchern akzeptiert
werden. Gerade die Massentierhaltung, in welcher Form auch immer, beschert uns Epidemien und gesundheitliche Probleme dieses Ausmaßes. (20.10.05)

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