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Soll LINDA-Kartoffel in Sicherheitsverwahrung genommen werden?

von Redaktion (Kommentare: 0)


Der monatelange, bundesweit beachtete Streit um die beliebte Kartoffelsorte "Linda" spitzt sich erheblich zu. Die Rechtsanwälte der Europlant Pflanzenzucht GmbH Lüneburg haben vor dem Schiedsgericht für Saatgut-und Sorten-schutzstreitigkeiten bei der Landwirtschaftskammer Hannover eine Klage gegen drei Linda-Bauern eingereicht, um mit einer einstweiligen Verfügung vorhandenes Pflanzgut und die anstehende Ernte von "Linda"-Kartoffeln in behördliche Verwahrung zu nehmen. Die mündliche Verhandlung soll am Donnerstag, den 28.07.05 stattfinden.

"Die Vertreter von Europlant holen zum Rundumschlag aus. Wir lassen uns nicht das Recht auf Aussaat und Ernte von Linda verbieten und werden alle politischen und rechtlichen Mittel ausschöpfen," so Georg Janßen aus Lüneburg, Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) in einer ersten Stellungnahme.

Der Sortenschutz von "Linda" ist nach 30 Jahren im Dezember 2004 abgelaufen. Europlant hatte die Zulassung der Kartoffel vorher zurückgezogen, um sie vom Markt verschwinden zu lassen und mit neuen Sorten höhere Gewinne einfahren zu können. " ,Linda muss jetzt der Allgemeinheit zur Verfügung stehen, und Bauern müssen eigenständig ohne Europlant entscheiden, ob sie die Nachfrage der Verbraucher nach der beliebten Kartoffelsorte zufrieden stellen wollen", so Janßen. Statt dessen versuche Europlant durch maßlose Drohungen und hohe finanzielle Forderungen, die Bauern klein zu kriegen. Europlant habe ebenfalls angekündigt, das Bundessortenamt in Hannover auf Schadensersatz in Millionenhöhe zu verklagen. Inzwischen ist das Klageverfahren vor dem Verwaltungsgericht Hannover eingereicht. Die Bundesbehörde hatte im Juni die Auslauffrist für Linda bis 2007 verlängert und so den Weg für die weitere Vermehrung der Kartoffel frei gemacht.

Die Anwälte der betroffenen Bauern, Rechtsanwalt Dr. Matthias Miersch aus Hannover und Patentanwalt Dr. Rolf Wilhelms aus München, sprechen von einer völlig neuen rechtlichen Dimension: "In der mündlichen Verhandlung werden
wir auf Jahrzehnte alte Rechtsgrundsätze hinweisen. Wir werden das Gericht darauf aufmerksam machen, dass durch die vorliegenden Verfahren die bislang unbestrittenen Rechtsgrundsätze durch Europlant unterlaufen werden sollen", so Dr. Miersch.

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