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Sinkende Qualität bei Bio-Produkten?

von Redaktion (Kommentare: 0)


Immer mehr Bio-Produkte werden zu günstigen Preisen in Supermärkten angeboten. Der Bedarf an "Billig - Bio" kann häufig nur durch Importe aus dem Ausland befriedigt werden. Mit dem Sinken der Preise steigt aber offensichtlich gleichzeitig die Gefahr des Etikettenschwindels. Das Chemische u. Veterinär-Untersuchungsamt in Stuttgart musste 2005 circa 17 % der Proben von italienischen Biowaren beanstanden. 

Bei deutschen Produkten waren es 2,5 %.

 

Nach den jüngsten Meldungen über einen neuen Bio-Boom zieht der österreichische Bio-Pionier Werner Lampert im 

Wirtschaftsmagazins "trend" ebenfalls eine vernichtende Bilanz über die Branchenentwicklung der letzten Jahre.

 

Im Rahmen zahlreicher Blindverkostungen zwischen konventionell und biologisch erzeugten Lebensmitteln sei er zum Schluss gekommen, "dass die Bio-Qualität ganz entschieden gesunken ist." Lampert weiter: "Wenn nicht das Image dahinter stünde, könnte Bio im Handel vielfach keinen Erfolg mehr haben." Der gesamten Bio-Branche - Bauern, Verarbeitern und Handel - wirft er mangelnde Professionalität vor: "Dilettantismus ohne Leidenschaft - das ist zynische Abzockerei. Ich fürchte, dass ein großer Teil der Bio-Landwirtschaft aber heute dorthin gehört." Zum Teil sei daran auch schuld, dass die ökonomischen Anreize zur Hauptmotivation der Bio-Bauern geworden seien - Lampert spricht hier von "rechenstiftbiologischer Landwirtschaft."

 

Der Vorarlberger hatte 1994 für die österreichischen Supermarktketten Billa und Merkur die

Bioprodukte-Schiene "Ja!Natürlich" entwickelt - heute die mit Abstand größte Bio-Marke des Landes. 2003 schied er im Unfrieden. Heute bewirtschaftet er als Biobauer den Csardahof in Pama im Burgenland. Derzeit arbeitet Lampert mit seiner Firma foodsolutions an einem "ziemlich neuen, großen Projekt", mit dem er "im Frühherbst 2006" in den Handel kommen will. Im Herbst 2005 veröffentlichte Lampert sein Buch "Schmeckt's noch? Was wir wirklich essen", in dem er den Missbrauch von Pestiziden anprangert und Einblicke in die Praktiken der konventionellen Landwirtschaft und der globalen Lebensmittelindustrie gewährt.

 

Dass es zehn Jahre nach dem Einstieg der großen Handelsketten noch immer kaum mehr Bio-Bauern gebe als 1998, enttäuscht Lampert: "Bio hat sich aus der Nische nicht wirklich heraus bewegt. Als ich 1994 begonnen habe, dachte ich mir schon, dass es eine landwirtschaftliche Wende gibt. Das ist aber alles nicht gelungen."

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