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Schweiz: Pestizide in Bio-Ölen

von Redaktion (Kommentare: 0)


Die neuste Lebensmittelanalyse des Kantonalen Labors Zürich zeigt alarmierende Resultate. Vor allem Kürbiskernöle, auch in Bio-Qualität, sind oft mit Schadstoffen belastet.

Das Kantonale Labor Zürich hat 20 kaltgepresste, naturbelassene und wenig behandelte Produkte untersucht. In acht der 20 Proben konnten Schadstoffe nachgewiesen werden, bei sieben davon handelte es sich um Kürbiskernöle mit Hexachlorbenzol-Rückständen. Drei dieser Kürbiskernöle sind biologische Produkte. Sie stammen aus Italien und Österreich und mussten beanstandet werden. Auch ein biologisch angebautes Sonnenblumenöl aus Ungarn war mit einem Insektizid belastet.

Die auffallend schlechte Situation bei Kürbiskernölen liegt in einer Eigenschaft der Pflanze begründet. Er zieht alte, sehr hartnäckige Pestizide, die man heute nicht mehr verwendet, wieder aus dem Boden heraus.

Es stellt sich die Frage ob Bioprodukte überhaupt auf kontaminierten Böden angebaut werden dürfen. Die Bio-Organisationen stützen sich bei dieser Diskussion auf eine Verordnung, die besagt, dass ein Produkt dann als biologisch anerkannt ist, wenn beim Anbau willentlich keine Chemikalien eingesetzt werden. In der Praxis kann dies bedeuten, dass auf einer verseuchten Parzelle biologische Pflanzen wachsen können.

Mit den Produzenten müsse nach und nach eine einvernehmliche Lösung gefunden werden, hieß es von Seiten des kantonalen Labors. Natürlich müsse sich auch der Biolandbau an die Regeln halten und ständig kontrolliert werden. Doch es wäre falsch, deswegen jetzt das Biolabel zu verteufeln und billige Stimmung gegen den Biolandbau zu machen, der so oder so viele Vorteile habe, betonte die Stiftung für Konsumentenschutz in Bern. Jene Leute müssten zur Rechenschaft gezogen werden, welche auf Jahre hinaus den Boden mit solch schwer abbaubaren chloriden Pestiziden verseucht haben.

Welche Firmen die getesteten und zum Teil beanstandeten Speiseöle auf den Markt gebracht haben, dürfen die Behörden aufgrund des Amtsgeheimnisses nicht veröffentlichen. (22.04.04)

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