Anzeige

organic-market.info | Mediadaten | Impressum | Datenschutz

Rekordwerte für Pestizide in Obst und Gemüse

von Redaktion (Kommentare: 0)


Die Pestizidbelastung pflanzlicher Lebensmittel, die in der Europäischen Union verzehrt werden, ist im Jahr 2004 auf einen Rekordwert angestiegen, berichtet Greenpeace. Das belegen bisher unveröffentlichte Daten der EU-Kommission. 47 % der Obst- und Gemüseproben waren im Jahr 2004 mit Pestiziden belastet - 3 % mehr als noch 2003. Das Monitoringprogramm der Kommission erfasst Pestizidrückstände von über 60.000 Lebensmittelproben aus der ganzen EU. Greenpeace fordert von der Bundesregierung einen sofortigen Maßnahmenplan, um die Pestizidrückstände in Lebensmitteln zu senken. Verbraucher müssten durch das geplante Verbraucherinformationsgesetz zeitnahe Auskünfte über belastete Lebensmittel bekommen. Zudem müssten die Lebensmittelkontrollen der Bundesländer verschärft werden, so Greenpeace weiter.

 

"Knapp die Hälfte des in der Europäischen Union angebotenen Obst und Gemüses ist mit Pestiziden belastet", sagt Manfred Krautter, Chemieexperte von Greenpeace. " Nach Angaben des ACNielsen Haushaltspanel Homescan kaufen gut 80 % aller Haushalte in Deutschland - also rund 31 Millionen Haushalte - im Laufe eines Jahres frische Bananen. Ähnlich viele Käufer verzeichnen die Äpfel, die in 79 % der Einkaufswagen landen. Auf Platz drei der Verbrauchergunst folgen die Weintrauben. Diese werden im Jahr von gut zwei Dritteln aller Haushalte in Deutschland gekauft. Auf Platz vier stehen die Erdbeeren, gefolgt von Mandarine und Kiwi, die allerdings von deutlich weniger Verbrauchern gekauften wurden als im Vorjahr. Rund die Hälfte aller Haushalte greift außerdem zu Birnen, Nektarinen und Orangen. Papayas und Litschis werden immerhin von rund zehn Prozent der Verbraucher gekauft.

 

Die Pestizidwerte von 2004 stellte ein Vertreter der EU-Kommission vergangene Woche einem Fachpublikum auf dem "European Pesticides Residue Workshop - EPRW 2006" auf Korfu vor. Weitere Ergebnisse: In 23,4 % der Proben wurden mehrere Pestizide gleichzeitig gefunden, ein Anstieg um 2 % gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt wiesen die europäischen Prüflabore 197 verschiedene Pestizide in den Lebensmitteln nach - gegenüber 185 Pestiziden im Jahr zuvor. Die Pestizidrückstände in Lebensmitteln haben damit den höchsten Stand seit dem Start des EU-Monitorings im Jahr 1996 erreicht.

 

Auch die Überwachungsbehörden in 20 der 25 EU-Mitgliedsländer wurden vom Lebensmittel- und Veterinäramt der EU-Kommission überprüft. Dieses stellte unter anderem schwere Defizite bei den Kontrollen in Deutschland fest. Die meisten Lebensmittellabore könnten lediglich 25 bis 150 der insgesamt 400 in der EU zugelassenen Pestizide nachweisen. Bei der Probennahme würden häufig Fehler gemacht und die Untersuchungen mit durchschnittlich vier Wochen viel zu lange dauern. Viele Verstöße gegen gesetzliche Pestizidgrenzwerte würden zudem nicht geahndet.

 

Greenpeace rät zum Kauf von Bio-Ware, da diese in der Regel frei von Pestiziden ist. Weitere Einkaufshilfen bieten auch die Ratgeber "Essen ohne Pestizide" und "Pestizide aus dem Supermarkt", die bei Greenpeace unter Tel. 040-30618-120 bestellt werden können.

www.greenpeace.de.

 

Eine neue Studie der Bostoner Harvard School of Public Health www.hsph.harvard.edu hat festgestellt, dass nicht nur die Aufnahme von Pestiziden mit der Nahrung, sondern bereits deren Anwendung das Risiko an Parkinson zu erkranken um 70 % erhöht. Sie stellten fest, dass es dabei irrelevant ist, ob die Pestizide beruflich zur Schädlingsbekämpfung oder privat zu Hause im Garten genutzt werden. In der 1982 begonnenen Studie wurden 143.000 Männer und Frauen zu ihrem Lebensstil, ihrer Berufstätigkeit und der Anwendung von potenziell riskanten Materialien wie pestiziden befragt. Alle Probanden waren zu dieser Zeit ohne Symptome von jeglichen Krankheiten. 2001 erfolgte dann eine Nachbereitung der Studie. Sie ermittelte daraufhin 413 Parkinsonerkrankte. Zukünftig wollen die Forscher untersuchen wie Häufigkeit, Dauer oder Intensität des Kontakts mit Pestiziden die Erkrankung an Parkinson beeinflussen und welche Chemikalien besonders gefährdend sind. 

 

Zurück

Uns interessiert Ihre Meinung. Schreiben Sie hier Ihren Kommentar zum Thema!



Jetzt teilen

Anmeldung
Newsletter

Anzeige

Anzeige