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Regionalvermarktung als Gegenmodell zur Globalisierung

von Redaktion (Kommentare: 0)


Eine Studie der Universität Gießen scheint die These zu stützen, Regionalvermarktung sei lediglich ein "romantisches Zurück-zur-Natur-Modell" ohne echten Nutzen. Professor Elmar Schlich hat am Gießener Institut für Haushaltstechnik berechnet, dass die Herstellung von Fruchtsäften und Lammfleisch aus der Region ein Vielfaches der Energie brauche, die Produkte aus überregionaler Erzeugung erfordern.

Das Ergebnis erzeugte Unruhe unter den Regionalvermarktern. Netzwerke wie beispielsweise die bayerische Initiative "Unser Land" die Erzeuger-Verbrauchergemeinschaft Tagwerk oder die Allgäuer regionale Supermarktkette Feneberg erwarteten von ihrer Strategie, dass sie nicht zuletzt den Energieaufwand reduziere. In einer Studie des Lehrstuhls für Wirtschaftslehre des Landbaus an der technischen Universität München haben Alois Heißenhuber und Martin Demmler Schlichs Resultate unter die Lupe genommen. Vor allem der angeblich bis zu achtmal höhere Energieaufwand für regionale Säfte stand im Mittelpunkt ihrer Kritik. Sie erkannten, dass Schlichs Zahl von einer einzigen Hobby-Mosterei, die nur minimale Mengen an Äpfeln verarbeitet, stammt. "Dieser Extremwert vermittelt ein irreführendes Bild, da Hobbymostereien insgesamt nur zwei Prozent des regionalen Apfelsaftes produzieren", betonen die Forscher. Ein repräsentativer Durchschnitt dagegen liege beim Energieverbrauch nur ein Zehntel über dem Wert überregionaler Anbieter. Regionalität und Effizienz, folgern Heißenhuber und Demmler, lassen sich sehr wohl vereinbaren, wenn die Betriebe eine gewisse Größe haben.

Elmar Schlich, der nicht als Regionalgegner missverstanden werden möchte, schwächt ab: "Ich möchte nur erreichen, dass auch diese Betriebe konkurrenzfähig sind". Dabei setzt er auf Zusammenschlüsse, Genossenschaften und gute Logistik. (23.08.04)

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