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Reges Interesse an Öko-Saatgut-Tag

von Redaktion (Kommentare: 0)


Zum Saatgut-Tag des Vereins Kultursaat e.V. und der Bingenheimer Saatgut AG, Ökologische Saaten, im hessischen Echzell (Rhein-Main-Gebiet) waren am Sonntag, den 16. September 29 Teilnehmer (Bild) aus ganz Deutschland angereist. Das Feedback am Ende des Tages war laut Geschäftsführerin Petra Boie überwältigend. Die 29 anwesenden Ladner waren von der hohen Kompetenz und Authentizität der Saatgut AG beeindruckt. Der überwiegende Teil der Teilnehmer hat bereits das Portionstüten-Sortiment der Bingenheimer im Angebot. Ca. ein Drittel der Anwesenden hatte ebenfalls Erfahrung mit der Sortenvermarktung biologisch-dynamischer Züchtungen. Daher waren den Gästen die Hintergründe der Saatgut-Thematik die zum Teil weite Anreise wert.  

 

Das Tagesseminar bot den Naturkosteinzelhändlern einen Einblick in die ökologische Gemüsezüchtung sowie in Erzeugung und Aufbereitung der Öko-Gemüsesaaten am Standort des Unternehmens, das seit 1989 ausschließlich Bio-Saatgut anbietet und mittlerweile 360 Sorten (Gemüse, Kräuter, Blumen) europaweit vermarktet. Im theoretischen Teil wurde das Netzwerk aus Kultursaat (Züchtung), Initiativkreis (Vermehrung) und Saatgut AG (Aufbereitung, Vertrieb) dargestellt sowie die Situation auf dem Saatgutmarkt, die Problematik konventioneller Züchtung (Hybriden, cms-Hybriden) und die möglichen Alternativen (biol.-dynamische Züchtung, Sortenvermarktung).  

 

Besonderheit bei dem nicht börsennotierten Unternehmen ist das Netzwerk von rund 80 Bio-Betrieben, die Saatgut im Auftrag der Bingenheimer vermehren und zur aufwändigen Aufbereitung, Qualitätskontrolle und zum Versand in den Betrieb mit 14 Mitarbeitern/innen in die Wetterau schicken. Jede Partie ist rückverfolgbar. Außerdem kooperiert die Saatgut AG mit dem gemeinnützigen Verein Kultursaat, der auf annähernd 20 Betrieben, vornehmlich Demeter-Höfen, biologisch-dynamische Züchtungsarbeit betreibt. „Die Entwicklung anderer Wirtschaftformen, die unserem Motto Saatgut ist Kulturgut gerecht wird, gehört zu unserem Selbstverständnis“, so Ute Kirchgaesser, Vorstandsmitglied von Kultursaat und Züchterin am Standort Bingenheim. Rund 40 Gemüsesorten sind aus der Züchtungsarbeit bereits hervorgegangen und mittlerweile vom Bundessortenamt (staatliche Prüf- und Zulassungsbehörde) anerkannt. Um diese speziell auf Geschmack und Ernährungsqualität bearbeiteten Sorten dem Verbraucher näher zu bringen, hat Kultursaat e.V. in Zusammenarbeit mit der Bingenheimer Saatgut AG das Sortenvermarktungskonzept entwickelt.

 

Thema war freilich auch die Problematik der konventionellen Züchtung, die sich mit der Weiterentwicklung der Hybrid-Züchtung mit rasender Geschwindigkeit in Richtung Gentechnik bewegt. Durch einen enormen Konzentrationsprozess in der Saatgutbranche konzentriert sich die Züchtung in den Händen weniger globaler Konzerne. In der Diskussion unter der Überschrift „Ziele und Wege – was können wir gegen Monsanto & Co. erreichen“ wurde deutlich, dass ein Nein zur Gentechnik auch ein Ja zur Alternative ist und eine eigenständige Züchtung für den Ökolandbau bedeutet. „Hier vor Ort zu sehen, dass eine Alternative möglich ist, macht mir Mut im Kampf gegen die Agro-Gentechnik, denn dieser Kampf ist oft so frustrierend“, so eine Teilnehmerin aus Landsberg.

 

www.oekoseeds.de
www.kultursaat.org

 

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