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Preisdruck im Biomarkt zu Lasten der Erzeuger

von Redaktion (Kommentare: 0)


Zahlreiche Lebensmittelskandale hatten in den letzten Jahren für einen Absatz-Boom von Bio-Produkten gesorgt. Landwirtschaftsministerin Renate Künast prognostizierte 20 % Bio-Fläche bis zum Jahr 2010. Das zunehmend breitere Angebot hat jedoch auch in der Bio-Branche einen Preiskrieg ausgelöst, der sich vor allem bei Milch in den letzten Monaten ruinös für viele Erzeuger auswirkte. Bislang wirtschaften rund vier Prozent der Landwirte ökologisch. In Hessen, einem der Öko-Vorreiter, ging allerdings im vergangenen Jahr erstmals die Zahl der Öko-Betriebe und der zugehörigen Fläche zurück. Immer mehr Landwirte überlegen, zum konventionellen Landbau zu wechseln, einige haben es schon getan.

Bauer Thomas Scholz aus der Rhön beispielsweise, hat mit 60 Kühen mehr als 15 Jahre lang Bio-Milch erzeugt. Seit einigen Monaten hat er den Betrieb umgestellt - und wirtschaftet nun wieder konventionell. Die Bio-Produktion habe sich nicht gelohnt, meint Scholz. Die Molkerei zahlte für seine Milch gerade einmal vier Cent Bio-Aufschlag pro Liter. Dem standen Mehrarbeit und deutlich höhere Kosten gegenüber. Bessere Erlöse sind für die Bio-Bauern nicht in Sicht, bieten Discounter wie die Supermarkt-Kette "Plus" den Liter Bio-Milch inzwischen schon für 79 Cent an. Nur neun Cent mehr zahlt man in den Super-Natur-Märkten von "Alnatura". Die Kunden kaufen zunehmend bewusster ein und achten auf Qualität und Preis gleichermaßen; auch Schnäppchenjäger sind keine Seltenheit mehr.

Die zunehmende Bürokratisierung in der Bio-Branche - Öko-Kontrollen, Aufzeichnungen, Zertifizierungen und Verordnungen - kostet die Landwirte Zeit und häufig zusätzliches Geld. Bei der Vereinigung des Ökologischen Landbaus häufen sich die Klagen frustrierter Bio-Bauern. Und zusätzliche Konkurrenz droht den deutschen Bio-Landwirten künftig auch noch - durch die EU-Osterweiterung. Dort sind vor allem die Löhne und Produktionskosten viel niedriger als in Deutschland - dennoch stagniert auch beispielsweise in der Slowakei der Bio-Landbau.

Dort sind derzeit 88 Betriebe registriert, die auf insgesamt rund 58.000 Hektar Fläche, das sind 2,4 % der Gesamtanbaufläche, Bio-Landbau betreiben, 98 % der Bio-Produkte werden nach Westeuropa exportiert. Der Absatz im Inland dagegen stagniere, berichtete die Tageszeitung "Hospodarske noviny". Die Bio-Lebensmittel seien um 20 bis 30 Prozent teurer als die konventionellen und nur die Handelsketten haben eine größere Auswahl an Bioprodukten. http://www.delvita.cz (14.09.04)

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