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Preisdruck durch Importe - Bio-Bauern in Existenznot

von Redaktion (Kommentare: 0)


Der Absatz biologisch erzeugter Lebensmittel nimmt weiter zu, doch die ausländische Konkurrenz mache es deutschen Öko-Bauern zunehmend schwerer, sich am Markt zu halten, sagt Markus Rippin, Fachmann für ökologischen Landbau bei der ZMP in Bonn. Vor allem Bio-Milch und Bio-Rindfleisch seien trotz steigender Nachfrage durch eine Überproduktion und rapide sinkende Preise belastet. Ähnliches gelte für Obst, Kartoffeln sowie Getreide. Bis vor ein, zwei Jahren hatten gerade deutsche Bio-Bauern infolge der BSE-Krise von der Lage profitiert und ihren Absatz im EU-Ausland ausgebaut. Doch die 2001 und 2002 hinzu gewonnenen Export-Märkte, so Wolfgang Reimer vom Bundeslandwirtschaftsministerium, seien "relativ schnell verloren gegangen", nach dem diese Länder reagiert und eigene Öko-Kapazitäten aufgebaut hätten.

Hauptbetroffen seien Waren, die nach dem schwächeren EU-Bio-Vorgaben erzeugt werden, erläuterte Rippin. Die nach den Verbands-Kriterien (Bioland, Naturland, Demeter) produzierten Lebensmittel, die zehn bis 20 Prozent teurer abgesetzt werden können, würden auch auf Dauer weniger Probleme haben. Die Prognose: "Der Markt wird wachsen, die Produktion in Deutschland aber zurückgehen". Eine Chance hätten deutsche Bio-Bauern nur, wenn sie deutlich auf die "Erkennbarkeit von Herkunft und Qualität" setzten. Die Unterstützung von Bio-Landwirten spiele heute kaum noch eine Rolle beim Kauf von Öko-Ware. Andere, mehr auf den persönlichen Nutzen zielende Motive stehen im Vordergrund, ergänzte Immanuel Stieß vom Frankfurter Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE).

Erfreulich dagegen die Entwicklung in Sachsen-Anhalt. Laut einer dpa-Umfrage bei Verbänden, Vermarktern und der Verbraucherzentrale steigen Angebot und Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln ständig. Nach Angaben der Koordinierungsstelle für ökologischen Landbau bei der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau in Bernburg gibt es im Land rund 250 ökologisch produzierende Agrarunternehmen. Sie bewirtschaften eine Fläche von etwa 33.000 Hektar. Das entspricht rund drei Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Sachsen- Anhalt. Die Vermarktung läuft neben dem Hof-Verkauf und Wochenmärkten zunehmend über die Lebensmittelketten, wobei der Anteil der Öko- Produkte in den Supermarkt-Regalen Schätzungen zufolge zwischen einem und drei Prozent liegt. Auch das Netz der Naturkost-Läden werde enger, heißt es aus der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt in Halle. In Sachsen-Anhalt gebe es gut 80 Direktvermarkter, die eine zunehmende Nachfrage verzeichneten. (05.11.04)

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