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Polen: Hungerstreik gegen Gentechnik

von Redaktion (Kommentare: 0)


Wir sind im Hungerstreik, weil wir nicht wissen, wie wir Polens Politiker anders wachrütteln können", sagen die Biobäuerinnen Edyta Jaroszewska-Nowak und Danuta Pilarska. Sie sind beide auch Vorsitzende eines Bioanbauverbandes. Rund zwei Wochen halten sie nun schon vor dem Landwirtschaftsministerium in Warschau aus. Mittlerweile haben sich ihnen zwei weitere Aktivistinnen angeschlossen. "Wir werden von über hundert Ökoverbänden unterstützt. Aber die Politiker nehmen die Gefahr nicht ernst. Dabei wächst in Polen die Anbaufläche für gentechnisch veränderten Mais rasant und völlig unkontrolliert."

In ihrem jüngsten Bericht warnt auch Polens Oberste Kontrollkammer (NIK) vor dem rasant steigenden Anbau von genetisch veränderten Pflanzen in Polen. Da in Polen selbst der Kauf von gentechnisch verändertem Saatgut verboten ist, haben weder das Umwelt- noch das Landwirtschaftsministerium Kontrollmechanismen entwickelt. So muss auch der Anbau von GMO-Mais der Sorte MON 810 in Polen nicht angemeldet werden. Allein im letzten Jahr stieg die Anbaufläche von knapp 300 auf schätzungsweise ca. 3000 Hektar an. Damit hat Polen in nur einem Jahr Rumänien, die Slowakei und Deutschland überholt. Der Polnische Verband der Maisproduzenten geht von einer weiteren Expansion des GMO-Anbaus in diesem Jahr aus.

"Der Bioanbau ist gefährdet, wenn neben unseren Feldern GMO-Mais oder -Raps wächst", erklärt Jaroszewska. "Wir fordern daher den sofortigen Stopp des GMO-Anbaus in Polen und die Kennzeichnung von GMO-Produkten in den Läden." Der Mais werde nicht nur zu Futtermitteln für Tiere verarbeitet, sondern auch an die Konsumenten direkt verkauft.

Polens Umweltminister Maciej Nowicki unterstützt die Biobäuerinnen. Ganz anders Polens Landwirtschaftsminister Marek Sawicki. Er kassierte das von der Vorgängerregierung vorbereitete Gesetz zum GMO-Verbot in Polen. Gemeinsam mit dem Aktionsbündnis "Coalition for a GMO Free Poland" nahmen die beiden Landwirtinnen letzte Woche an einem Treffen mit dem Agrar-Ausschuss der Regierung in Warschau teil. Edyta Jaroszewskas Bilanz fiel negativ aus: "In der polnischen Regierung gibt es keinerlei politischen Willen, Unternehmen vom illegalen Anbau des Gentechnik-Maises MON 810 abzuhalten und dafür zu sorgen, dass Polen gentechikfrei bleibt."

Website der Internationalen Koalition zum Schutz der ländlichen Räume in Polen 

Informationen zu gentechnikfreien Regionen in Polen

Auf der Internetseite eines GVO-kritischen Netzwerks sind Unterstützungsmails an Premierminister Donald Tusk möglich.

Weiter Infos hier.

Stichworte:

International

Gentechnik


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