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Polen - Landwirtschaft ohne Gentechnik

von Redaktion (Kommentare: 0)


Nach Angaben der ICPPC (International Coalition to Protect the Polish Countryside) hat am 27. April 2006 das polnische Parlament den Handel mit gentechnisch verändertem Saatgut im Land verboten. Zugleich darf es nicht mehr ins nationale Saatgutregister aufgenommen werden. Seit 18. Mai ist das Gesetz rechtsgültig. Polen hat damit einen weiteren Schritt getan, um seine Landwirtschaft möglichst vollständig frei von Gentechnik zu halten. Das polnische Europa-Ministerium sieht in dem Parlamentsbeschluss einen Verstoß gegen europäisches Recht. Und auch die Welthandelsorganisation WTO habe erst kürzlich Verbote von Gen-Pflanzen durch einzelne Länder als Bruch der Freihandelsregeln bezeichnet, so Greenpeace in einer Pressemitteilung. Der Beschluss des polnischen Parlamentes -trotz der Drohungen der Europäischen Kommission und der WTO -zeige, dass die Abgeordneten sich der Risiken für die Landwirtschaft bewusst sind, die mit dem Anbau von Gen-Pflanzen verknüpft sind, sagte der Greenpeace-Gentechnikexperte Maciej Muskat. Mit ihrem Beschluss lösen sie ihr Wahlversprechen an die Bevölkerung ein, sicherzustellen, dass keine Gen-Pflanzen in die Umwelt gelangen. Greenpeace fordert alle Länder auf, dem polnischen Beispiel zu folgen und den Schutz der Umwelt und einer nachhaltigen Landwirtschaft über die Gewinne von Gentechnikkonzernen zu stellen.

 

Noch ist die inländische Nachfrage nach polnischen Bio-Produkten relativ klein, was sich aber durch eine vom polnischen Landwirtschaftsministerium initiierte Werbekampagne ändern soll, berichtet die ZMP. Das polnische Landwirtschaftsministerium hat nach Angaben des ‚Ökomarkt Forums’ für die in diesem Jahr startende Promotionskampagne einen Betrag von rund 3,1 Millionen Euro vorgesehen. Im vergangenen Jahr hat sich die Zahl der Öko-Betriebe (2005: 7.183 Betriebe) und die Öko-Fläche (2005: 167.740 Hektar) verdoppelt. Es gibt in Polen jedoch nur 100 eher kleinere ökologische Verarbeitungsbetriebe. Über deren Anteil am Inlandsmarkt gibt es keine Details. Polnische Produkte werden im Ausland erfolgreicher vermarktet als im Inland. Den Herstellern fehlen häufig finanzielle Mittel, um ihre Öko-Produkte besser zu bewerben und nicht nur in spezialisierten Fachgeschäften, sondern auch in Supermärkten zu verkaufen, so das Ökomark Forum weiter. Die Läden, die Öko-Produkte anbieten, gehörten häufig zu Handelsketten, die ihre Zahl der Geschäfte in diesem Jahr deutlich erhöhen wollen. Auch eine Restaurant-Kette, die neben der konventionellen Küche ebenfalls Öko-Gerichte anbietet, wolle ihr Engagement in diesem Bereich ausbauen.

 

Seit einem Jahr unterstützt EkoConnect im sächsisch-polnischen Grenzgebiet im Rahmen des zweijährigen EU-geförderten Interreg-III-A-Projekts „Ökologisch Zusammen Wachsen – Grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Bereich Ökologischer Landbau in der Euroregion Neiße“ die biologische Landwirtschaft. Im Halbzeit-Rückblick kann EkoConnect nun auf elf erfolgreich abgeschlossene Module in der Form von Seminaren, Workshops und Exkursionen mit etwa 300 Teilnehmern zurückblicken. Weitere zehn Veranstaltungen zur Produktion und Vermarktung von Öko-Lebensmitteln und zur Zusammenarbeit in der Grenzregion, werden bis Sommer 2007 folgen. http://www.ekoconnect.org/projekte_oekologisch_zusammen_wachsen.html


 

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