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Pionier des biologischen Landbaus sucht neue Herausforderungen

von Redaktion (Kommentare: 0)


Die internationale Vereinigung biologischer Landbaubewegungen (IFOAM) informiert mit großem Bedauern, dass ihr langjähriger Mitarbeiter und derzeitiger Direktor für internationale Beziehungen Bernward Geier den Verband verlassen wird. Geier, der fast 20 Jahre für IFOAM gearbeitet hat und sich nach dieser langen Zeit neuen Herausforderungen stellen möchte, einigte sich mit IFOAM in gegenseitigem gutem Einvernehmen darauf, seine berufliche Tätigkeit für den Verband Ende August zu beenden. Die offizielle Verabschiedung wird anlässlich des IFOAM Weltkongresses in Adelaide/Australien im September stattfinden.

Bernward Geiers (Bild) erstes großes Engagement für IFOAM war die Mitarbeit im Organisationskomitee für den internationalen IFOAM Kongress 1984 in Witzenhausen/ Deutschland. Zu dieser Zeit war er Wissenschaftler und Dozent beim weltweit ersten biologischen Institut für biologischen Landbau an der Universität Kassel/Witzenhausen. Anlässlich der IFOAM Generalversammlung 1986 in Santa Cruz/USA wurde er zum Generalsekretär ernannt, womit IFOAM den entscheidenden ersten Schritt zur Entwicklung einer bis dahin ausschließlich auf ehrenamtlichem Engagement beruhenden Organisation zu einem professionelleren Management wagte. Als Geier seine Tätigkeit bei IFOAM begann, hatte die Vereinigung etwa 80 aktive Mitglieder in 20 Ländern. Heute vereint IFOAM weltweit ca. 750 Mitgliedsorganisationen in 106 Ländern.

IFOAM-Vizepräsident und Geschäftsführer Gerald A. Herrmann unterstreicht Bernward Geiers enormes Kommunikationstalent und seine Fähigkeit, Teamgeist und Gemeinschaft zu entwickeln. "Sein Einfühlungsvermögen bringt Menschen zusammen und inspiriert uns alle, unsere persönlichen und organisatorischen Ziele zu erreichen, indem es hilft, die eigenen Möglichkeiten zu erkennen. Erfolgreich integrierte er die Menschen in unsere weltweite biologische Gemeinschaft und Bewegung. Die Tatsache, dass IFOAM trotz der großen Mitgliedervielfalt so gut als lebendige Demokratie funktioniert, ist einer der größten Verdienste von Bernward."

In den ersten zehn Jahren seiner beruflichen Tätigkeit hatte Bernward Geier die alleinige Verantwortung für das Management des Verbandes. In dieser Phase erfuhr IFOAM eine rapide und beeindruckende Entwicklung. Ende 1996 wurde Geier in seinen Aufgaben durch Thomas Cierpka als geschäftsführenden Direktor unterstützt. Dies ermöglichte ihm, sich vor allem auf seine erweiterten Aufgaben als Direktor für internationale Beziehungen zu konzentrieren, die insbesondere die Öffentlichkeitsarbeit, das Organisieren von Konferenzen und Veranstaltungen sowie internationale Lobby-Tätigkeit umfassten.

Während seiner Arbeit für IFOAM arbeitete Bernward Geier für und mit acht Weltvorständen und fünf IFOAM Präsidenten zusammen. Unter der Verantwortung von Bernward Geier hat IFOAM Großes erreicht: 50 internationale IFOAM Konferenzen - einschließlich 11 Weltkongresse - wurden organisiert; IFOAM wurde als Nichtregierungs-Organisation (NRO) u. a. bei den Vereinten Nationen (UNO), der Welternährungsorganisation (FAO), dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP), dem Komitee für Handel und Entwicklung der Vereinten Nationen (UNCTAD) und der internationalen Organisation für Arbeit (ILO) akkreditiert; seit 1992 nahm IFOAM unter seiner Führung aktiv an allen Weltgipfeln von Rio/Brasilien bis Johannesburg/Südafrika teil; mit vielen internationalen Nichtregierungs-Organisationen wie z.B. der World Conversation Union (IUCN), Greenpeace, SlowFood und dem World Wide Fund for Nature (WWF) wurde die Zusammenarbeit begonnen und Koalitionen auf den Weg gebracht.

Über seine Zeit bei IFOAM reflektierend, kommt Bernward Geier zu folgendem Resümee: "In den zwei Jahrzehnten, die ich für IFOAM gearbeitet habe, habe ich immer gefühlt, dass ich mehr zurück bekomme als ich der Biobewegung geben konnte. Ich hatte nie den Eindruck, dass ich für Kunden oder für Klienten arbeite, sondern überall auf der Welt für und vor allem mit Freunden. Es war ohne Zweifel ein großes Privileg, für eine so lange Zeit das Vertrauen und die Unterstützung von IFOAM und seinen Mitgliedern genießen zu dürfen. Dies motivierte mich immer wieder aufs Neue, für die weltweite Biobewegung zu arbeiten, und eröffnete mir die Gelegenheit, die Welt ein bisschen "bio-logischer" zu machen. Die Möglichkeiten, die ich hatte, neue, konstruktive und wichtige Veränderungen für den Verband mit auf den Weg zu bringen, gaben mir höchste Zufriedenheit. Nun ist für mich selbst die Zeit für eine Veränderung gekommen. Ich weiß noch nicht, was die Zukunft für mich bereithält, aber in jedem Fall bin ich offen für neue, interessante Herausforderungen. Wohin auch immer mich mein Weg führen wird, ich kann mir kein Leben ohne engste Verbindungen zur biologischen Bewegung vorstellen, die das traumhafteste Umfeld war, für das man arbeiten kann."

IFOAM-Präsident Gunnar Rundgren bringt seine hohe Wertschätzung für die vielfachen Verdienste von Bernward Geier folgendermaßen zum Ausdruck: "Die weltweite Biobewegung hat von Bernwards 20-jähriger Arbeit für IFOAM enorm profitiert. Es war vor allem er, der unseren Verband zu einer globalen Größe führte. Seine gewinnende Art, Kontakte herzustellen und Türen zu öffnen, wird von allen von uns vermisst werden. Bernward blieb all diese Jahre den Wurzeln und den Prinzipien unserer Bewegung treu, was gerade in unserer zunehmend kommerzialisierten Welt von großem Wert ist und an Bedeutung zunimmt." (04.05.05)

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