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Pestizid-Politik in Europa: "Die Richtung stimmt"

von Redaktion (Kommentare: 0)


"Mit ihrer Einigung auf eine neue Pflanzenschutzmittelverordnung gehen die EU-Agrarminister einen entscheidenden Schritt in Richtung eines einheitlichen Zulassungsverfahrens mit hohem Sicherheitsniveau für die VerbraucherInnen. Wir begrüßen es sehr, dass zukünftig alle Pestizidwirkstoffe, die Krebs erregend, Erbgut verändernd oder Fortpflanzung schädigend sind, verboten werden. Denn bei diesen Stoffen reicht die Festlegung einer Rückstandhöchstmenge nicht aus, um Gefährdungen auszuschließen. Das Risiko, z.B. an Krebs zu erkranken, wird auch bei kleinsten Dosen erhöht.

 

Unverständlich ist, warum die EU-Agrarminister auf halbem Weg stehen geblieben sind und die Zulassung von Wirkstoffen, die das Immunsystem oder das Nervensystem schädigen, weiter ermöglichen wollen. Außerdem haben sie die Möglichkeit von fünfjährigen Ausnahmegenehmigungen geschaffen, wenn keine Alternativen zur Verfügung stehen. Die Bundesregierung hat diese Einschränkung maßgeblich mit durchgesetzt. Damit hat Agrarminister Seehofer einmal mehr die Interessen der Agroindustrie vor die der Verbraucher gestellt.

 

Das Geschrei der Pflanzenschutzmittelhersteller, mit dem jetzt verabschiedeten Verbot von Wirkstoffen würde die Produktion von ausreichend Nahrungsmitteln gefährdet, ist vollkommen überzogen. Von den 253 in Deutschland verwendeten Wirkstoffen sind lediglich sechs von dem Verbot betroffen. Auch zeigt der ökologische Landbau jeden Tag, dass eine ertragreiche Landwirtschaft auch ohne den Einsatz von Pestiziden möglich ist. Es bleibt zu hoffen, dass der Agrarministerrat die in fünf Jahren angesetzte Überprüfung nutzt, um auch die anderen gefährlichen Wirkstoffe zu verbieten.

 

Auch die neue zonale Zulassung von Pestiziden lehnen wir Bündnisgrüne ab. Denn diese schränkt die eigenständige Bewertungsmöglichkeit der Mitgliedsstaaten deutlich ein. Damit kommen zukünftig mehr Präparate auf den Markt. Jedoch besteht für viele von ihnen in den einzelnen Ländern gar kein Bedarf. Gleichzeitig bleiben die alten Probleme an den Grenzen der Zulassungszonen erhalten. So werden auch in Zukunft die Landwirte links und rechts des Rheins nicht die gleiche Mittelpalette zur Verfügung haben, nur weil Frankreich zu einer anderen Zone gehören soll als Deutschland.

 

Dennoch erhofft sich die Agrarbranche für kleinere Kulturen insbesondere im Obst und Gemüsebau eine Verbesserung der Pestizid-Verfügbarkeit. Dies kann man jedoch besser erreichen, wenn man die heute schon bestehende Möglichkeit zur Anerkennung der Zulassung von Pestiziden aus anderen Mitgliedsstaaten vereinfacht."

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