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Österreich braucht mehr Biobauern

von Redaktion (Kommentare: 0)


Die Nachfrage nach biologisch produzierten Nahrungsmitteln ist in den vergangenen Monaten derart gestiegen, dass etwa bei Birnen nur 10 % des Bedarfs, bei Äpfeln nur 40 % aus heimischer Erzeugung abgedeckt werden können. Auch bei Fleisch könne die Nachfrage nicht mehr befriedigt werden. "Wir brauchen mehr Biobauern", lautet daher die "Botschaft" von Bio Austria. In Österreich gibt es insgesamt 20.310 Betriebe - das sind 11,5 % der heimischen Bauern. 14,2 % der landwirtschaftlichen Fläche werden biologisch bewirtschaftet. 6 % der österreichischen Produkte werden exportiert.

 

Der steigende Konsum von Bio-Produkten kann beispielweise in Vorarlberg nicht mehr durch regionale Waren gedeckt werden. Zu wenig Betriebe  - nur 30 bis 40 jährlich - stellen auf Bio-Landbau um, so Gerald Gstach, Geschäftsführer des Vereins Bio-Vorarlberg. Nur bei Rindfleisch und im Milchbereich schaue es gut aus, so Gstach. Im Handel sind Vorarlberger Bio-Produkte kaum präsent. Der Großteil wird ab Hof oder auf Märkten verkauft. Gstach möchte die Vorarlberger Bio-Produkte als Marke etablieren. Ab dem kommenden Jahr soll es ein eigenes Bio-Zeichen für Produkte aus Vorarlberg geben.

 

Mit dem neuen Programm für die Ländliche Entwicklung, dem so genannten "Grünen Pakt", haben die Biobauern erreicht, dass der Biolandbau in Österreich weiter als Leitbild in der Umweltpolitik verankert bleibe, zeigte sich der Obmann von Bio Austria, Johannes Tomic, zufrieden. Gleichzeitig habe man sich gemeinsam mit dem Landwirtschaftsministerium das Ziel gesetzt, den Biobauern-Anteil nach der kommenden Finanzperiode bis 2013 auf 20 % auszubauen. 

 

Die Entwicklung am heimischen Biomarkt sei nicht zuletzt durch den verstärkten Einstieg der Diskonter in das Bio-Segment "gewaltig positiv", sagte Tomic. Bio habe sich vom Nischen- zum Alltagsthema entwickelt. Bei Biomilch sei die Situation eingetreten, dass - bis auf 10 % in Tirol - erstmals die gesamte Biomilch auch vermarktet werden könne, ergänzte der Geschäftsführer von Bio Austria, Engelbert Sperl. Bei Bio-Schweinen übersteige die Inlandsnachfrage das derzeitige Angebot um 20 %. Engpässe gebe es auch bei Jungrindern und neue Marktchancen zeigten sich bei Bio-Pute. Von einer regelrechten Knappheit spricht Sperl bei Obst und Gemüse. Nur bei Getreide übersteige das Angebot die Nachfrage.

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