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Öko-Monitoring: 2005 mehr Beanstandungen

von Redaktion (Kommentare: 0)


 

                                        "Öko-Monitoring 2005" ist der vierte Jahresbericht einer auf insgesamt fünf Jahre angelegten und bundesweit einmaligen Sonderuntersuchung von Lebensmitteln ökologischer Herkunft. Ziele des Öko-Monitoring sind neben der Untersuchung der Belastung ökologisch erzeugter Lebensmittel mit Rückständen und Kontaminanten auch der Vergleich von Bio- und konventionellen Lebensmitteln. Außerdem suchten die Sachverständigen der vier Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter (CVUA) Baden-Württembergs nach Hinweisen auf irreführende Bio-Kennzeichnungen.

 

Die Öko-Lebensmittel wurden intensiv auf Rückstände, Kontaminanten, gentechnisch veränderte Organismen und Bestrahlung überprüft. Die Rückstandsgehalte in Lebensmitteln aus ökologischem Landbau unterscheiden sich von konventionell erzeugten Lebensmitteln signifikant. Sie enthalten im Durchschnitt deutlich weniger Rückstände als konventionelle Ware.

 

Insgesamt ist allerdings die Quote der Beanstandungen im Vergleich zu den Vorjahren angestiegen. Sie lag im Jahr 2005 bei frischen Öko-Erzeugnissen bei 8,4 %, gegenüber nur 3,6 % im Jahr 2004 und 4,5 % im Jahr 2003. Eine der Ursachen für den Anstieg der Beanstandungsquote wegen irreführender Öko-Kennzeichnung dürfte bei der zielgerichteten, das heißt risikoorientierten Untersuchung bestimmter Lebensmittel, wie beispielsweise Öko-Pilzen liegen, bei denen sich erhöhte Beanstandungsquoten ergaben. Nicht ausgeschlossen ist, dass bei einer deutlich gestiegenen Nachfrage nach Öko-Lebensmitteln bei einem knappen Angebot Verfälschungen besonders lukrativ sind. Dieser Frage soll im laufenden Jahr nachgegangen werden.

 

Im letzten Jahr haben sich die Vermarktungsstrukturen für Öko-Ware noch einmal deutlich verändert, Bio-Erzeugnisse werden verstärkt auch bei großen Discountern angeboten. "Bislang zeigen die Untersuchungsergebnisse keine Unterschiede zwischen Bio vom Discounter und Bio von anderen Anbietern. Um die Qualität für die Verbraucher auch weiterhin sicherzustellen, werden wir die Untersuchungen fortsetzen", kündigte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Peter Hauk an.

 

Bei Öko-Zuchtpilzen, die 2005 zum ersten Mal umfangreicher beprobt wurden, war jede 4. Probe zu beanstanden. Hier wurde 2005 vermutlich in erheblichem Umfang Ware, die nicht nach der EU-Öko-Verordnung erzeugt wurde, mit einem Öko-Zeichen vermarktet. In der Hauptsache wurde als Substratgrundlage konventionelles Stroh verwendet, das Rückstände der Wachstumsregulatoren Chlormequat und Mepiquat enthält, die sich dann auch als Rückstände in den Pilzen wieder finden. In Einzelfällen waren auch nicht erlaubte Fungizide nachzuweisen. Die Untersuchungen werden 2006 fortgeführt.

 

"Wenn Lebensmittel in Baden-Württemberg mit ökologischer Herkunft gekennzeichnet sind, kann der Verbraucher darauf vertrauen, dass sie auch ökologischen Standards entsprechen", erklärte der Hauk, anlässlich der Veröffentlichung der Ergebnisse eines auf mehrere Jahre angelegten Sonderuntersuchungsprogramms ("Öko-Monitoring") am 6. Juni in Stuttgart. Im Rahmen dieses Programms wurden insgesamt 690 Lebensmittel aus ökologischer Erzeugung untersucht.

 

Die untersuchten Öko-Lebensmittel stammten hauptsächlich aus Deutschland (48 %), aus Italien (16 Prozent) beziehungsweise anderen Ländern (36 %). Die Beanstandungsquote für deutsche Ware lag deutlich unter dem Durchschnitt, deutlich überdurchschnittlich wurden ausländische Produkte beanstandet.

Der Bericht stellt den Bio-Erzeugern im Land ebenso wie den meisten Importeuren von Öko-Lebensmitteln insgesamt gute Noten aus. Bio-Lebensmittel sind weitgehend rückstandsfrei. In Einzelfällen, wie bei Bio-Champignons und Brühwürsten, wurden Mängel festgestellt. "Das Vertrauen der Verbraucher in Lebensmittel kann nur bestehen, wenn Sie sicher sein können, dass das, was drauf steht, auch tatsächlich drin ist. Bei ökologisch erzeugten Lebensmitteln trifft dies zu", lobte der Minister.

 


Der vollständige Bericht kann im Internet als pdf-Datei unter www.landwirtschaft-bw.de, http://www.untersuchungsaemter-bw.de/pdf/oekomonitoring2005.pdf oder www.cvua-stuttgart.de abgerufen werden.

 

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