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Öko-Experten fordern klare Klima-Konzepte

von Redaktion (Kommentare: 0)


Wer Bioprodukte kauft, tut auch etwas für die Umwelt, darin sind sich Verbraucher und Experten einig. Doch aktuell ist im Zusammenhang mit der Klimawandeldebatte eine Regional- Global- Diskussion im Gange, die auch die Biobranche erfasst hat. Hier  besteht offensichtlich Nachholbedarf. Während eines Treffens von Führungskräften auf der BioFach wurde die Forderung formuliert, dass die Branche klare Ziele für den Klimaschutz definieren muss.


Beim traditionellen „Nature & More Dinner“ während der BioFach diskutierten Führungskräfte aus der Wirtschaft und von ökologischen Verbänden über Perspektiven der Bio-Branche. Eine wichtige Aufgabe sei es, sich in der Branche möglichst bald konkrete Klimaschutzziele zu stecken. Darin waren sich Vertreter von Greenpeace, dem Bio-Weltverband IFOAM, der umweltorientierten Triodos-Bank, dem TÜV Nord und der Stiftung Nature & More einig. Hier könne die Biobranche Vorreiter sein, so Greenpeace-Experte Jürgen Knirsch, während des Treffens: „Gesunde Böden sind nicht nur gut für die Pflanzen, sie speichern auch eine Menge Kohlenstoff."


Peter Segger, Öko-Pionier der ersten Stunde in England hofft auf den großen Wurf der Branche. Schon der „ganz normale Bioanbau“ leiste durch seinen insgesamt geringeren Primärenergiebedarf, eine erheblich verminderte Belastung der Gewässer. Die Kreislaufwirtschaft einen großen Beitrag für eine CO2-Reduzierung in der Agrarwirtschaft. Das allein könne aber nicht genügen: „Wir, die Bauern, Verarbeiter und Händler biologischer Produkte, müssen aber weiter gehen als die anderen. Heute, indem wir Methanemissionen durch intelligente Kompostprojekte vermeiden, morgen durch die Anerkennung der Tatsache, dass humusreiche Böden selbst durch Kohlenstoffbindung ein Faktor der Treibhausgasreduktion sind. Wir rufen die Biobranche dazu auf, sich auf ein CO2-Protokoll zu verständigen, das den gesamten Zyklus der Produkte (von der Erzeugung bis zum Laden) umfasst. Es ist Zeit für die Biobranche, ihre Führungsrolle in der Lebensmittelproduktion der Zukunft zu beweisen!“


IFOAM-Präsident Gerald Herrmann ergänzte: „Ganz klar haben wir im Bio-Landbau im Vergleich zu konventionellen Bauern die bessere Ausgangsposition, wenn es um den Klimaschutz geht, weil wir keine Intensivtierhaltung betreiben und keinen Stickstoffdünger einsetzen. Trotzdem dürfen wir uns nicht auf dieser Grundlage zu Ruhe setzen. Auch wir müssen daran arbeiten, dass wir mit dem Schutz der Atmosphäre so ernst machen, wie es die Zeit erfordert.“ Man denke intensiv darüber nach, wie die internationalen Rahmenrichtlinien für die Bio-Zertifizierung mit den Klimaschutzzielen der UNO noch besser synchronisiert werden könnten. "Die industrialisierte Landwirtschaft ist einer der größten Klimasünder unserer Zeit,“ erklärte Welthandelsexperte Jürgen Knirsch von Greenpeace. Allein der übertriebene Düngereinsatz verursache jährlich einen Ausstoß von Klimagasen, die über zwei Milliarden Tonnen CO2 entsprechen. Dabei lasse sich ein Großteil der Klimakiller in der Landwirtschaft schon mit relativ einfachen Maßnahmen vermeiden.


Gutes Beispiel für eine Initiative zum Klimaschutz lieferte vor kurzem Eosta. Der niederländische Bio-Importeur für Obst und Gemüse hat auf der internationalen Fruchtmesse Fruit Logistica in Berlin zusammen mit seiner Tochterfirma Soil & More und dem TÜV Nord sein Modell des „klimaneutralen Obstes“ vorgestellt. „Wir haben uns dafür entschieden, alle Treibhausgasemissionen, an denen wir, unsere Lieferanten und Kunden beteiligt sind, offen zu legen, sie zu reduzieren und schließlich vollständig zu kompensieren. Wir meinen, das sind wir dem mündigen Verbraucher des 21. Jahrhunderts, also der Welt unserer Kinder und Enkel schuldig,“ erklärte Eosta-Chef Volkert Engelsman. Die Kompensation der Treibhausgase wird nicht einfach nur durch auf dem Markt eingekaufte Emissionsrechte neutralisiert werden, sondern durch ein aus der ökologischen Landwirtschaft stammendes Verfahren, bei dem pflanzliche Abfälle effektiv kompostiert werden und auf diese Weise Treibhausgase vermieden werden. Das Projekt wurde von der Stiftung Nature & More ins Leben gerufen und vom TÜV Nord zertifiziert (Bild: Zertifikatsübergabe).

 

www.soilandmore.com

 

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