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Neues zu Biokunststoffen

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Für die vom 21. bis 22. November in Brüssel stattfindende "First European Bioplastics Conference" erwartet der organisierende Industrieverband European Bioplastics einen hohen Zulauf an Teilnehmern und Gästen. Die begleitende 300 m² große Produkt- und Firmenausstellung ist bereits mit 20 Ausstellern ausgebucht. In 25 Vorträgen werden Neuheiten bei der Material-, Produkt und Technologieentwicklung vorgestellt. Die Erfahrungen des europäischen Lebensmittelhandels mit kompostierbaren Bioverpackungen stehen ebenso auf dem Programm wie die Marktentwicklung in einzelnen Ländern. Das Industrieforum sucht dabei auch den Kontakt zur Politik. Die Organisatoren werden Vertreter der EU-Kommission wie auch Abgeordnete des Europaparlaments einladen, sich über Biokunststoffe zu informieren.  www.conference.european-bioplastics.org

 

Sowohl die Anwendung wie die Entwicklung neuer Biokunststoffe schreitet ständig voran. In Frankreich sollen nach einem Gesetz vom Januar 2006 ab 2010 im Handel nur noch 100 % biologisch abbaubare Tüten ausgegeben werden. In der Schweiz können seit Juni 2006 beispielsweise die Kunden der Lebensmittelkette Carrefour ihre Einkäufe in biologisch abbaubaren Tüten verstauen. Zuvor hatte Carrefour diese bereits in Frankreich, Italien und in den skandinavischen Ländern eingeführt. Bei Eurest Sports & Foods sind neuerdings die Weichen zur Einführung des umweltfreundlichen Öko-Bechers gestellt. Der Caterer informierte kürzlich die Bundesliga-Vereine in den Stadien Bremen, Köln und Stuttgart darüber, dass die Einführung des Öko-Bechers geplant ist.
„Bei einem Gesamtverbrauch von jährlich 2,5 Millionen Stück in den Arenen sind diese Becher aus nachwachsenden Rohstoffen eine sehr wirtschaftliche und ökologisch sinnvolle Lösung. Das umweltfreundliche Einmalgeschirr erfüllt die Anforderungen der europäischen Norm EN13432 für Kompostierfähigkeit von Verpackungen“, schildert Wolfgang Schneider, Qualitätsmanagement-Experte der Compass Group Deutschland, Muttergesellschaft von Eurest Sports & Food.

Ein Beispiel aus der Foschung ist die Erweiterung der Möglichkeiten bei der biologisch abbaubaren Folie Biophan. Das gab die Treofan-Gruppe, ein Hersteller und Vertreiber von Polypropylen-Folien, kürzlich bekannt. Die aus Polymilchsäure (PLA) hergestellte Foliengeneration lässt sich ideal als Deckelfolie einsetzen. Treofan ist der einzige Hersteller für umweltfreundliche Deckelfolien mit der sogenannten "Peel"-Funktion, durch die sich die Deckelfolie leicht von dem jeweiligen Behälter, ebenfalls aus PLA, lösen lässt. Möglich wird dies durch ein Additiv in einer der äußeren Schichten der dreischichtigen Folie Biophan, wodurch ein Versiegeln bei niedriger Temperatur ohne zusätzliches Auftragen eines "peel"-fähigen Lackes ermöglicht wird. Darüber hinaus hinterlässt die Deckelfolie nach dem Öffnen eine Spur auf dem Behälter, so dass sofort erkennbar ist, ob die Verpackung zuvor bereits einmal geöffnet wurde - zusätzlicher Produktschutz ist damit gegeben. Treofan bietet seinen Kunden auch Produkte, die ausschließlich auf Rohstoff zurückzugreifen, der nicht gentechnisch verändert ist.

www.treofan.com

 

Zweifel über die Zweckmäßigkeit von Bio-Tüten meldete das schweizerische Bundesamt für Umwelt und Einzelhändler an. Rolf Kettler, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundesamt für Umwelt, hebt zwei Probleme hervor, zum einen die Kompostierung der Bio-Tüten. „Die meisten Leute deponieren ihre Kompostabfälle im Freien. Mit dem Wind können die Materialien in die Natur gelangen“, sagte Kettler. Zudem stelle sich die Frage der Ökobilanz. Um gebrauchte Tüten korrekt entsorgen zu können, müssten die Konsumenten zudem eine Möglichkeit haben, biologisch abbaubare von herkömmlichen Säcken aus Plastik zu unterscheiden. Carrefour-Sprecher Michel Donath kann die Kritik nicht verstehen. „Unsere Tüten sind biologisch abbaubar, ich sehe nicht, wo das Problem steckt.“ Man hätte die neuartigen Säcke nicht auf den Markt gebracht, wenn ihre Herstellung tatsächlich so viel Energie benötigen würde. Die Bio-Tüten seien von herkömmlichen Plastiksäcken gut unterscheidbar, weil sie sich anders anfühlten. Zudem stehe auf der Tüte deutlich, dass sie biologisch abbaubar sei. Es gebe also keinen Grund, wieso die Kunden sie mit gewöhnlichen Plastiksäcken verwechseln könnten. 
            

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