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Nährwertkennzeichnung zweifelhaft?

von Redaktion (Kommentare: 0)


Die Unternehmen der AoeL setzen sich seit langem dafür ein, den Menschen deutlich zu machen, dass die Qualität von Lebensmitteln durch vielfältige Faktoren bestimmt wird und ganzheitlich betrachtet werden muss. Hierzu zählen die ökologische Produktionsweise, der faire Umgang mit Mensch und Natur, der gute Geschmack und die Bekömmlichkeit, die Vitalqualität, die Zusammensetzung nach Hauptnährstoffen und Vitalstoffen, die Abwesenheit von chemischen Fremdstoffen ...usw. Ökologische Lebensmittel sind deshalb so wertvoll, weil sie diese vielfältigen Qualitätskategorien im Lebensmittel verbinden.

 

Die sehr plakative Empfehlung in Form der Ampel oder anderer, ähnlicher Systeme auf der Grundlage weniger Hauptnährstoffe erinnert an die Argumentationen in den Anfängen der Ernährungswissenschaft. Damals glaubte man tatsächlich ein Lebensmittel anhand von einzelnen Hauptnährstoffen genau qualifizieren zu können.

 

Die Ampel geht nicht von mündigen Verbrauchern aus, sondern spricht durch Simplifizierung ein völlig verkürztes Gesamturteil über ein Lebensmittel. Dies führt zu einer unsinnigen Verzehrsempfehlung, die keinen qualitativen Beitrag zu einer besseren Ernährung und Orientierung der Konsumenten leistet! So kann es passieren, dass z. B. eine Diätcola mit allerlei künstlichen Zusatzstoffen plötzlich zum gesunden Lebensmittel wird. Das widerspricht völlig dem Qualitätsansatz der Branche für ökologische Lebensmittel. Andere vorgeschlagene Systeme, wie GDA, verwirren eher durch Zahlenjonglierereien mit seltsamen Portionsgrößen, als dass sie den Konsumenten eine Aufklärung bieten.

 

Der Schlüssel zur Verbesserung der Ernährung liegt in der Ernährungserziehung. Aber nun sollen Erziehungsdefizite in Elternhäusern, in denen nicht mehr gekocht wird, in Kindergärten, in denen eine unzureichende Verpflegung stattfindet und in Schulen, in denen Fächer wie Ernährung, Kochen und Hauswirtschaft gestrichen wurden, auf Lebensmittelverpackungen delegiert werden. Das ist eine Scheinlösung, die so nicht funktionieren wird!

 

Die Auseinandersetzung des Einzelnen mit dem Thema Ernährung und die Beschäftigung mit Lebensmitteln, deren Qualität und Zubereitung ist der Garant dafür, dass Menschen sich „richtig“ ernähren und eine „bewusste“ Auswahl der Speisen treffen können. Dabei darf und kann es aber keinesfalls nur um wenige Hauptnährstoffe gehen. Informative Angaben, wie diese z.B. durch die Nährwertkennzeichnungsverordnung schon heute etabliert sind, geben sinnvolle Entscheidungshilfen.

 

Die AoeL fordert die Politik auf, ganz neu über die Kennzeichnung von Lebensmittelinhaltsstoffen nachzudenken. Es muss ein System entwickelt werden, auf dessen Basis die Konsumenten eine bewusste Entscheidung treffen können und das nicht ein einseitiges Gesamturteil über ein Lebensmittel fällt.

 

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