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Nährwertkennzeichnung: Umfrage im Sommer

von Horst Fiedler (Kommentare: 0)


Kompromiss vom Max-Rubner-Institut: Diese Kennzeichnung soll alle Interessen vereinen © MRI

Auf der Suche nach einer Nährwertkennzeichnung für verarbeitete Produkte will das Ernährungsministerium jetzt die Verbraucher befragen.

Ministerin Julia Klöckner (CDU) verwies darauf, dass das Max-Rubner-Institut die weltweit bestehenden Modelle wissenschaftlich bewertet und einen eigenen, unabhängigen Vorschlag gemacht habe. „Im weiteren Prozess werden wir die Verbraucher entscheidend miteinbeziehen – sie betrifft die Kennzeichnung, sie müssen zu Wort kommen“, so Klöckner. „Im Sommer starten wir als Ministerium daher eine wissenschaftlich fundierte, valide und repräsentative Verbraucherbefragung mit einer Handvoll Systeme. Diese werden alle gleichberechtigt nebeneinander stehen, denn jedes System hat Vor- und Nachteile, wir gehen hier unideologisch vor.“

Ergebnis im Herbst erwartet

Dem Ministerium gehe es darum herauszufinden, welches Modell für die Verbraucher tatsächlich verständlich ist und von ihnen gewünscht wird. Das sei essentiell. „Das Ergebnis, das etwa Anfang Herbst feststehen wird, werden wir empfehlen und der EU zur Notifizierung vorlegen, um die erforderliche Rechtssicherheit bei der Anwendung durch die Unternehmen garantieren zu können. Für Verbraucherinnen und Verbraucher muss es ohne ein Studium der Ernährungswissenschaften möglich sein, auf der Vorderseite von Verpackungen zu erkennen, was in Lebensmitteln steckt.“

Nationaler Alleingang bei Ei in Backwaren?

Wahrheit und Klarheit müsse es aus Sicht der Ministerin auch bei der Kennzeichnung von Produkten geben, in denen Eier verarbeitet wurden: „Auf rohen Eiern muss angegeben sein, wie die Legehennen gehalten wurden. Wird das gleiche Ei aber etwa in einer Backware verarbeitet, entfällt diese Angabe zur Haltungsform. Logisch ist das kaum erklärbar. Ich werde dazu einen Brief an den zuständigen EU-Kommissar richten, eine europäische Lösung wäre am sinnvollsten. Wenn die Kommission jedoch bei ihrer derzeitigen Haltung bleibt, werden wir national vorangehen.“

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