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Leichter Rückgang des Bio-Verbrauchs in der Schweiz

von Redaktion (Kommentare: 0)


Erstmals in der 25-jährigen Geschichte der Bio Suisse war die Zahl der Biobetriebe im Jahr 2005 leicht rückläufig. Der Strukturwandel in der Landwirtschaft macht auch vor Bio nicht Halt. Der Bio-Gesamtmarkt behauptete sich allerdings auf hohem Niveau – und dies trotz des rauen Gegenwinds aus den Billigpreis-Regalen. Der Umsatz stabilisierte sich bei 1,183 Mrd. CHF (752 Mio. EUR) Das sind knapp 0,5 % weniger als im Vorjahr. Die Dynamik war aber in einzelnen Teilmärkten unterschiedlich. Bio-Früchte, Bio-Gemüse und Bio-Eier legten stark zu, bei Bio-Fleisch und Bio-Milch stagnierte der Absatz. Mit einer Pro-Kopf-Ausgabe von 160 CHF (101 EUR) für Bioprodukte bleiben die Schweizerinnen und Schweizer die Weltmeister. Heute arbeiten 6114 Landwirtschaftsbetriebe in der Schweiz nach den Richtlinien von Bio Suisse. Das sind rund 11 % aller Landwirtschaftsbetriebe.


Am stärksten ist der Biolandbau in der Bergzone verankert. Schweizer Bio-Rekordhalter ist der Kanton Graubünden mit einem Bio-Bauern-Anteil von 50,3 %. Der Anteil der Knospe-Betriebe an der Gesamtzahl aller Landwirtschaftsbetriebe ist im Vergleich zum Vorjahr identisch (rund 11 %), die bewirtschaftete Bio-Fläche hat gar etwas zugelegt (von 112.000 auf 113.000 Hektar). Dennoch ist die Anzahl Betriebe erstmals leicht rückläufig: Im Jahr 2005 hat die Anzahl der Knospe-Betriebe um 166 oder 2,6 % abgenommen. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Die Höfe werden aus wirtschaftlichen Überlegungen oder mangels Nachkommen aufgegeben – der Strukturwandel macht auch vor dem Biolandbau nicht halt.


Der Bio-Gesamtmarkt stabilisierte sich bei hohen 1.183 Mrd. Franken. Das sind knapp 0,5% weniger als im Vorjahr. Jacqueline Forster-Zigerli, Mediensprecherin von Bio Suisse, räumt ein, dass die momentane Billigdiskussion nicht spurlos am Bio-Markt vorbeigeht. Dass der Umsatz im rauen Gegenwind der Billigpreiskampagnen fast gehalten werden konnte, wertet Bio Suisse daher als positiv. Die Schweizer gaben im Durchschnitt fast 160 Franken für Bioprodukte aus. Das ist Weltrekord! Beliebt sind nach wie vor Frischprodukte. Sie erzielten 2005 einen Umsatz von 660 Mio. Franken. Dies ist ein Plus von knapp 2,5 % gegenüber dem Vorjahr und entspricht einem Marktanteil von 7,3 %. Die Dynamik in den verschiedenen Teilmärkten ist allerdings unterschiedlich. Markante Wachstumsraten verzeichnen der Bio-Eier- (+ 8 %), der Bio-Gemüse- (+ 5 %) und der Bio-Früchtemarkt (+ 14 %). Die Entwicklung in den traditionell wichtigen Molkereimärkten verlief hingegen zögerlich. Der Umsatz mit Bio-Jogurt stagnierte und der Umsatz mit Bio-Milch sank um 7 % auf 82 Mio. Franken. Unbefriedigend ist die Situation auch beim Bio-Fleisch.


Regina Fuhrer ist überzeugt, dass mittelfristig wieder eine Diskussion um die Qualität der Lebensmittel einsetzen wird. "Bioprodukte schaffen Mehrwert für Mensch, Tier und Umwelt und werden sich gegen in- und ausländische Billigkonkurrenz behaupten können." Vom Fernziel eines Gesamtumsatzes mit Bioprodukten von zwei Mrd. Franken wolle Bio Suisse deshalb nicht abrücken, führte sie weiter aus. Auch die Forschung treibt den Biolandbau vorwärts. Urs Niggli, Direktor des Forschungsinstitutes für Biologischen Landbau (FiBL), zeigte am Beispiel Bio-Apfel verblüffende Forschungsresultate auf. "Dank unserer Arbeit gibt es heute krankheitsresistente Sorten und biologische Mittel gegen Blattläuse", führte Urs Niggli aus.

Die Knospe schaut 2006 auf 25 erfolgreiche Jahre zurück. Bio Suisse feiert diesen Geburtstag mit einem grossen Fest am 18. August auf dem Bundesplatz in Bern. Biobäuerinnen und Biobauern aus der ganzen Schweiz werden in die Hauptstadt strömen, um alle Facetten des Biolandbaus zu präsentieren. Am 1. September 1981 wurde Bio Suisse in Basel gegründet. Die Initiative einiger Pioniere ist heute zu einer großen Bewegung angewachsen. Bio Suisse als Dachverband von 33 Biobauern-Organisationen vergibt das Knospe-Label an knapp 800 Lizenznehmer aus Verarbeitung und Handel. Kerngedanke des biologischen Landbaus ist es, Bodenfruchtbarkeit und Tiergesundheit dank Beachtung der natürlichen Kreisläufe dauerhaft zu erhalten. Nicht das Ertragsmaximum steht im Zentrum, sondern das Qualitätsoptimum.

 

Seit dem 1. Januar 1998 ist die Biolandwirtschaft vom Bund offiziell anerkannt. Damals wurde die eidgenössische Bio-Verordnung in Kraft gesetzt, die weitgehend die Richtlinien der Bio Suisse übernahm. Heute sind viele Anliegen der Biobäuerinnen und Biobauern in die offizielle Landwirtschaftspolitik eingeflossen.

 

Die Knospe bürgt für:

 

• Gesamtbetriebliche Bioproduktion und natürliche Vielfalt auf dem Biohof
• Besonders artgerechte Nutztierhaltung und -fütterung
• Verzicht auf den Einsatz von Gentechnik
• Verzicht auf chemisch-synthetische Spritzmittel und Kunstdünger
• Verzicht auf unnötige Zusatzstoffe wie Aroma- und Farbstoffe
• Schonende Verarbeitung der Lebensmittel
• Regelmäßige und unabhängige Kontrolle von Anbau und Verarbeitung

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