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Länderbericht Ukraine

von Redaktion (Kommentare: 0)


Die meisten der 72 Biobetriebe in der Ukraine, die 2005 ökologisch bewirtschaftet wurden, sind Großbetriebe mit Betriebsflächen von durchschnittlich 3.361 ha. Insgesamt werden 241.980 ha nach ökologischen Richtlinien bewirtschaftet. Zum Vergleich: 2001 gab es 25 Betriebe mit 112.500 ha. Kleinere Bio-Betriebe mit weniger als 100 ha Fläche befinden sich noch in der Umstellung. Einige dieser kleinen Betriebe bauen Gemüse oder Sonderkulturen wie z.B. Beerenobst an. Der Anteil des Ackerlandes an der gesamten biologisch bewirtschafteten Fläche beträgt ca. 80 %.

 

Zurzeit sind in der Ukraine nur Ackerbaubetriebe komplett umgestellt. Erste Biobetriebe mit Tierhaltung (Milchvieh, Mastschweine und Ziegen) befinden sich derzeit noch im Umstellungsprozess. Die wichtigsten Bioprodukte in der Ukraine sind Getreide (Weich- und Hartweizen, Gerste, Mais, Hafer, Buchweizen, Hirse), Ölfrüchte (Sonnenblumen, Raps, Senf), ätherische Öle (Lavendel, Rose, Rosmarin) und Leguminosen (Soja, Erbsen, Linsen, Kichererbsen). Erste Obstbaubetriebe beginnen in der Westukraine biologisch zu arbeiten. Sie haben einen Anteil von 0,2 % an der gesamten biologisch bewirtschafteten Fläche. Weitere Betriebe, die Erdbeeren und Gemüse anbauen, befinden sich im Moment noch im Umstellungsprozess.

 

2006 sollen die ersten ukrainischen Verarbeitungsbetriebe mit der Verarbeitung von Bio-Rohstoffen zu ökologischen Lebensmitteln beginnen. Die ersten Produkte werden verschiedene Grützen, Nudeln, Babynahrung und Sonnenblumenöl sein.


Bis jetzt gibt es in der Ukraine fast keinen einheimischen Markt für Bioprodukte. Wie Ergebnisse von Marktumfragen in den Jahren 2005 und 2006 in der Ukraine zeigen, gibt es jedoch potenzielle Konsumenten, die Bio-Produkte kaufen wollen. Daher wird davon ausgegangen, dass in Zukunft ein einheimischer Markt für Bioprodukte entsteht.


Verschiedene Verbände, die sich für die Entwicklung der Bio-Produktion in der Ukraine einsetzen, begannen innerhalb der letzten fünf Jahre zu arbeiten. Es gibt den „Verein der Öko-Ackerbauern“, welcher Mitglieder hat, die in ihrer Freizeit im eigenen kleinen Garten ökologisch arbeiten. Im Jahr 2004 wurde der ukrainisch-schweizerische Erzeugerverband „Biolan” mit Hilfe der Schweizer Regierung gegründet. Im Jahre 2005 wurde schließlich die „Föderation der Öko-Bewegung der Ukraine“ ins Leben gerufen. Sie ist eine Dachorganisation, die zum Ziel hat, Bio-Erzeuger, Bio- Verarbeiter, wissenschaftliche Organisationen, Forschungsstationen und Konsumentenverbände zu vereinigen.


Die Bio-Zertifizierung von Betrieben in der Ukraine wird zurzeit von ausländischen Kontrollstellen durchgeführt. Die Betriebe werden nach EU-Öko-Verordnung (2092/91) zertifiziert, einige auch nach den US-amerikanischen Öko-Richtlinien (NOP). Ein Großteil der Zertifizierung und Kontrolle wird durch die niederländische Firma „Control Union“ durchgeführt. Eine ukrainische Kontrollstelle wird momentan in gemeinsamen Bemühungen der „Föderation der Öko-Bewegung der Ukraine“ und anderer Hauptakteure des Bio-Marktes in der Ukraine mit Hilfe der SECO (Schweizerisches Staatssekretariat für Wirtschaft) aufgebaut. Diese Kontrollstelle soll im Herbst 2006 ihre Arbeit aufnehmen.


Eine staatliche Unterstützung der Bio-Produktion in der Ukraine ist kaum vorhanden. Es gab auch bisher noch keine nationalen Gesetze zur Produktion von Bio-Produkten, aber jetzt ist ein ukrainisches Biolandbaugesetz in der Erarbeitung. Dies wird Ende des Jahres 2006 dem ukrainischen Obersten Rat vorgelegt.


Künftig soll in der Ukraine die Erzeugung von Ökomilch gefördert werden. Bisher bedeutete die Bezeichnung „ökologisch reine Milch” jedoch, dass diese Milch in bestimmten Gebieten produziert, nicht aber, dass diese Milch nach Richtlinien der biologischen Landwirtschaft erzeugt wurde.

 

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