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Kritischer Agrarbericht 2004

von Redaktion (Kommentare: 0)


Die Landwirte haben den Eindruck, dass ihre Arbeit und ihre vielfältigen Leistungen von der Gesellschaft nicht wertgeschätzt werden. Entsprechend ungewiss ist die Zukunft für viele Höfe - trotz der politisch propagierten "Wende" in der Landwirtschaft. Das ist das Fazit des AgrarBündnis, das auf der Internationalen Grünen Woche seinen "Kritischen Agrarbericht 2004" mit dem Schwerpunkt "Arbeit und Soziales" vorgestellt hat. Andrea Fink-Keßler vom Redaktionsteam machte deutlich, dass es dem AgrarBündnis nicht allein um die - im letzten Jahr wirklich prekäre - ökonomische Situation in der Landwirtschaft gehe. Geldsorgen seien das eine. Das Gefühl, dass die eigene Arbeit "umsonst" ist, dass sie von der Gesellschaft nicht wertgeschätzt wird, das andere - und vielleicht noch Entscheidendere.

Professor Hubert Weiger vom Bund für Umwelt und Naturschutz machte deutlich, dass die - besonders in der Milchwirtschaft - drastisch sinkenden Erzeugerpreise einer nachhaltigen Entwicklung der Landwirtschaft in Deutschland entgegenwirkten. Im Umwelt- und Tierschutz seien wegen des Preiskampfes der Discounter Rückschritte zu verzeichnen. Die Landwirte würden zu immer mehr Rationalisierungen im Ackerbau und in der Nutztierhaltung gedrängt. Ergebnis sei, dass einerseits auch der Ökolandbau unter Preisdruck gerate. Andererseits hielten Großinvestoren immer öfter über 80.000 Schweine in einer einzigen DDR-Stallruine unter industriellen Bedingungen - wie es beispielsweise in Hassleben in der Uckermark geplant sei. "Billigmilch, Pestizid-Paprika zu Schleuderpreisen und Schnäppchen-Schinken bremsen den Ökolandbau aus. Verbrauchern wird vorgegaukelt, Landwirtschaft sei billig zu haben. Für Discount-Preise gibt es langfristig aber nur denaturierte, gesundheitsschädliche Industrieprodukte zu kaufen", mahnte Weiger.
Anlässlich des in dieser Woche vorgelegten Entwurfes für ein Gentechnikgesetz warnte Hubert Weiger nachdrücklich: "Wenn das Gesetz nicht entscheidend nachgebessert wird, stirbt der gentechnikfreie Landbau den Tod auf Raten."

Das AgrarBündnis ist ein Zusammenschluss von 22 Organisationen aus Landwirtschaft, Verbraucherschutz, Natur- und Umweltschutz, Tierschutz und Entwicklungspolitik.

Kritischer Agrarbericht 2004: ISBN 3-930413-25-6, 19,80 Euro plus Versand, ABL-Verlag, http://www.bauernstimme.de. (02.02.2004)

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