Anzeige

organic-market.info | Mediadaten | Impressum | Datenschutz

Kritik an Kürzung der Öko-Förderung

von Redaktion (Kommentare: 0)


Angesichts der starken Nachfrage nach Biolebensmitteln hat der Bioland Landesverband Hessen Landwirtschaftsminister Dietzel aufgefordert, die Umstellung auf den Biolandbau wieder zu fördern. Durch den seit 2005 verfügten Förderstopp für Neuumsteller stagniert die Zahl der Biobetriebe in Hessen. Die falsche Förderpolitik der hessischen Landesregierung wird damit zum Wettbewerbsnachteil für den Biolandbau und stärkt darüber hinaus die Mitbewerber aus dem Ausland und den benachbarten Bundesländern.

 

Der Bioland Verband erwartet von der hessischen Landesregierung ein klares Bekenntnis zur Fortführung der Öko-Förderung auf dem bisherigen Niveau über 2006 hinaus. Mit dem ökologischen Landbau würden, so ein Sprecher von Bioland, herausragende gesellschaftliche Ziele erreicht: er schafft Arbeitsplätze im ländlichen Raum, schützt Natur und Umwelt, gestaltet ein vielseitiges Landschaftsbild und spart Steuergelder durch den Abbau der Überschussproduktion.

 

In anderen Bundesländern sieht es besser aus: Mit 763 zertifizierten Unternehmen in der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft wurde beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern 2005 ein neuer Höchststand erreicht. Die 663 ökologisch wirtschaftenden Landwirtschaftsbetriebe bewirtschaften mit 114.064
Hektar rund 8,4 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Dabei nahm die Fläche im Vergleich zu 2004 um 8.564 Hektar zu. Im Bereich der Verarbeitung stieg die Zahl der Betriebe um 14 auf 100.

 

Allein im vergangenen Jahr wurden dort rund 13 Mio. Euro an Landwirtschaftsbetriebe für die ökologische Wirtschaftsweise ausgezahlt. Aufgrund der Flächenzunahme wird von einem jährlichen Mehrbedarf von bis zu 3 Millionen Euro ausgegangen. "Der ökologische Landbau hat auch in Zukunft für unser Land einen hohen Stellenwert", betonte Landwirtschaftsminister Backhaus. Allerdings wird in diesem Jahr die Förderung von Neueinsteigern ausgesetzt werden. "Aufgrund der ungewissen Mittelzuweisung in der kommenden Förderperiode sowie der gestiegenen Fläche bei Beibehaltern können wir in diesem Jahr in diesem Bereich keine weiteren Verpflichtungen eingehen", sagte der Landwirtschaftsminister.

 

Die Förderung wird ab 2007 fortgesetzt, allerdings werde die Förderhöhe gesenkt werden. "Das Ziel ist eine möglichst bundeseinheitliche Förderhöhe", sagte Minister Backhaus. Ein Schwerpunkt der Unterstützung werde in Zukunft weiterhin in der Verarbeitung und in der Vermarktung von Ökoprodukten liegen. Dem stellt sich die FDP, auch bundesweit, entgegen. In einem Antrag fordern die liberalen Landwirtschaftspolitiker im Bundestag, das Förderprogramm des Bundes für den Ökolandbau noch in diesem Jahr um 18 Mio. Euro auf zwei Mio. Euro zu kürzen. Komplett streichen wollen die Liberalen das Programm zur Unterstützung artgerechter Tierhaltung (3 Mio. €). 
          
Kurios: Zum ökologischen Landbau, aber auch zum Naturschutz und der vorsorgenden Nutzung natürlicher Ressourcen in der Landwirtschaft wollen sich die Liberalen erstmals offen auf ihrem Parteitag in Rostock bekennen. Im Leitantrag der Liberalen, den der Parteivorstand in dieser Woche verabschiedet hat, heißt es dazu, „konventionelle Produktion und ökologischer Landbau sind aus Sicht der FDP gleichberechtigt“.

Zurück

Uns interessiert Ihre Meinung. Schreiben Sie hier Ihren Kommentar zum Thema!



Jetzt teilen

Anmeldung
Newsletter

Anzeige

Anzeige